Vektor-Smartobjekt Vector Smart Object3 Vector Smart Object1 Vector Smart Object2 pdf Vektor-Smartobjekt1 Vektor-Smartobjekt Vektor-Smartobjekt
ratgeber-kfz-auto-abmelden-versicherung-frau-stift
Wenn sich die Wege trennen.

Alte Liebe rostet angeblich nicht, auf Autos trifft das nicht immer zu. Der Wagen soll verkauft, verschrottet oder stillgelegt werden. Als Halter müssen Sie das Auto abmelden. Je nach Anlass erfordert das jeweils ein etwas anderes Vorgehen. So ist unter Umständen die Kfz-Versicherung zu informieren. Übrigens: Wer lange Wege und Wartezeiten befürchtet, der kann sich entspannen: Sie können Ihr Auto auch online abmelden. Jedenfalls unter bestimmten Voraussetzungen.


Wann muss ein Auto abgemeldet werden?

Ein Halter muss ein Auto abmelden, wenn er sich davon trennt. Erforderlich wird die Abmeldung in diesen Fällen:

  • Das Auto wird verkauft.
  • Das Auto wird (vorübergehend) stillgelegt.
  • Das Auto wird entsorgt.

Warum es jeweils dazu kommt, spielt keine Rolle. Es ist somit unerheblich, ob Sie sich beispielsweise ein neues Fahrzeug kaufen möchten oder das Auto einfach nicht mehr benötigen.


Checkliste Auto abmelden: Was braucht man dafür?

Wenn Sie Ihr Auto abmelden wollen, führt Sie der Weg üblicherweise zur Zulassungsstelle. Anders als bei der Anmeldung des Autos, kann das jede beliebige in Deutschland sein. Sie müssen also nicht zwingend zu der Zulassungsstelle gehen, die für Ihren Wohnort zuständig ist. Folgendes müssen Sie bei der Abmeldung vorlegen:

  • Kfz-Kennzeichen
  • Zulassungsbescheinigung Teil I
  • Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Verwertungsnachweis (nur fällig bei Verschrottung des Fahrzeugs)

Die Liste der Unterlagen ist zwar übersichtlich, aber fehlt davon nur eine, verweigert die Zulassungsstelle im Normalfall die Abmeldung des Autos.


Das passiert bei der Abmeldung

Die Mitarbeiter der Behörde entfernen die Siegel und HU-Plakette von den Kfz-Kennzeichen und entwerten sie damit. Anschließend ist die Buchstaben-Zahlen-Kombination des alten Nummernschilds frei und kann neu vergeben oder vom bisherigen Halter als Wunschkennzeichen für sein neues Fahrzeug reserviert werden. Die alten Kennzeichen werden von der Zulassungsstelle entsorgt. Wer möchte, darf sie aber auch mitnehmen.

Was heute Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II sind, hieß früher Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief. Mehr hat sich nicht geändert; die alten Dokumente gelten weiter. Gehen die amtlichen Nachweise verloren, ist das der zuständigen Zulassungsstelle unverzüglich zu melden und bei der Polizei anzuzeigen. Kommt die Zulassungsbescheinigung II beziehungsweise der Fahrzeugbrief abhanden, steht ein aufwendiges Verfahren an. Der Halter muss eine Versicherung an Eides statt ablegen. Außerdem wird ein sogenanntes Aufbietungsverfahren eingeleitet. Daraufhin erklärt das Kraftfahrtbundesamt das verloren gegangene Dokument für ungültig. Solange das Aufbietungsverfahren läuft – in der Regel etwa drei Wochen – erhält der Halter keine neuen Fahrzeugpapiere.

Führt die letzte Fahrt des Autos zur Schrottpresse, stellt das Unternehmen, das Sie mit der Entsorgung beauftragen, einen Verwertungsnachweis aus. Dies enthält unter anderem Informationen über die Annahmestelle, das Fahrzeug sowie den Halter. Das Dokument müssen Sie bei der Zulassungsstelle vorlegen, wenn Sie das Auto nicht nur abmelden, sondern stilllegen möchte.

Es ist nicht zwingend notwendig, dass Sie selbst bei der Zulassungsstelle erscheinen. Sie dürfen auch eine andere Person mit den erforderlichen Unterlagen schicken. Eine Vollmacht muss dafür nicht ausgestellt werden. Der Service der Zulassungsstelle muss bezahlt werden. Die Gebühr ist jedoch vergleichsweise gering. Ein Auto abzumelden kostet üblicherweise maximal 10 Euro.


Seit 2015: Auto abmelden auch online möglich

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie Ihr Auto auch online abmelden. Entscheidend ist, dass das Fahrzeug nach 2014 zugelassen wurde. In dem Fall tragen die Kfz-Kennzeichen sowie die Zulassungsbescheinigung Teil I neue Plaketten und Sicherheitscodes. Sie sind für das Online-Verfahren ebenso notwendig wie ein maschinenlesbarer Personalausweis und ein entsprechendes Lesegerät.

Wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, können Sie die Abmeldung auf dem zentralen Fahrzeugzulassungsportal des Kraftfahrt-Bundesamts selbst vornehmen. Folgen Sie einfach den Anweisungen auf der Webseite. Nachdem die erforderlichen Angaben auf dem Internetportal gemacht und abgeschickt sind, erhalten Sie eine Bestätigung – entweder per E-Mail oder auf dem Postweg.


Auto abmelden und fahren: Ist das erlaubt?

Grundsätzlich darf ein abgemeldetes Fahrzeug nicht im Straßenverkehr bewegt werden. Nach vollzogener Abmeldung dürfen Sie allerdings noch bis zum Ende des Tages damit fahren. Bis um 23:59 Uhr des Abmeldungstages haben Sie also Zeit, das Auto nach Hause, zum Gebrauchtwagenhändler oder zur Schrottpresse zu fahren. Wenn Sie innerhalb dieser Frist mit dem abgemeldeten Wagen im Straßenverkehr unterwegs sind, müssen Sie die entwerteten Nummernschilder wieder anbringen.


Auto bei Privatverkauf abmelden

Grundsätzlich muss ein Auto bei einem privaten Verkauf nicht vom bisherigen Halter abgemeldet werden. Sind sich Verkäufer und Käufer einig, dann kann dies auch der neue Besitzer übernehmen. Trotzdem müssen Sie als ehemaliger Halter tätig werden. Sie sind verpflichtet, den Verkauf unverzüglich der zuständigen Zulassungsstelle zu melden. Dafür reichen Sie schriftlich eine Kopie des Kaufvertrags ein. Auch Ihre Kfz-Versicherung müssen Sie unterrichten. Schließlich benötigen Sie keine Kfz-Versicherung mehr für den verkauften Wagen. Mit der Abmeldung des Autos wird die Versicherung beitragsfrei gestellt. Der Versicherungsschutz endet automatisch um 23.59 Uhr am Tag der Abmeldung.

Zu bedenken ist der richtige Zeitpunkt, zu dem das Auto abgemeldet werden soll. In erster Linie stellt sich hier die Frage nach einer Probefahrt mit potenziellen Kaufinteressenten. Erlaubt sind die nur mit einem angemeldeten Auto samt gültigem Kennzeichen und Versicherungsschutz. Das hat noch einen weiteren Vorteil: Kommt es zum Verkauf, benötigt der neue Besitzer kein Überführungskennzeichen.

Verpflichtet sich der Käufer dazu, Ihr altes Auto abzumelden, so hat er dafür drei Tage Zeit. Damit es hier zu keinen Unstimmigkeiten kommt, ist es sinnvoll, folgende Angaben in den Kaufvertrag aufzunehmen:

  • Genauer Zeitpunkt der Übergabe (Uhrzeit)
  • Frist bis zur Ab-/Ummeldung

Bei der Gelegenheit sollten Sie auch gleich vermerkten, dass das Fahrzeug bis zur Neuanmeldung lediglich überführt, aber sonst nicht weiter genutzt wird. Das schützt Sie als Verkäufer vor Ansprüchen, wenn der neue Besitzer nach dem Verkauf mit dem Auto Schäden verursacht. Denn wenn das Auto nicht abgemeldet wurde, geht zunächst auch Ihre Versicherungspolice auf den neuen Eigentümer über.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, melden Sie Ihr Fahrzeug also lieber vor dem Verkauf beziehungsweise der Übergabe ab. So sind Sie versicherungsrechtlich nicht mehr haftbar. Die die Kfz-Steuerpflicht endet damit für Sie ebenfalls. Die bereits entrichtete Steuer für den Zeitraum von Abmeldung bis Jahresende wird Ihnen erstattet.


Auto abmelden und Versicherung

Wurde ein Auto abgemeldet, informiert die Kfz-Zulassungsstelle automatisch die Versicherung des ehemaligen Halters sowie das zuständige Finanzamt. Melden Sie nicht innerhalb von zwei Wochen ein neues Auto an, beginnt eine Ruheversicherung. Das bedeutet, dass ab der Abmeldung keine Versicherungsprämien gezahlt werden müssen. Dieser Modus hält maximal 18 Monate an. Anschließend läuft der Versicherungsvertrag aus.