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Motorrad-Touren: Was bei Gepäck und Zuladung zu beachten ist

Wenn es mit dem Motorrad auf Reise gehen soll, stehen die Wahl des Gepäcksystems, die der richtigen Beladung und das, was unbedingt mitgenommen werden muss ganz oben auf der Checkliste.

Mit die wichtigste Rolle beim Gepäcksystem und beim Beladen Ihres Motorrades spielt zunächst, ob Sie alleine oder zu zweit unterwegs sind. Gerade beim Reisen zu zweit wird Minimalismus zur Pflicht, unabhängig davon ob das Motorrad mit Koffern, Softbags, Tankrucksack, Topcase oder einfach nur mit der altbewährten Gepäckrolle beladen ist. Zwei Biker in Tourenkleidung inklusive Helm und Stiefel haben bis zum zulässigen Gesamtgewicht oft nicht mehr allzu viel Spielraum.

Bei der Wahl des Gepäcksystems kommt es zunächst auf Ihr vorhandenes Motorradmodell an, denn große Aluboxen wirken z.B. auf einem Chopper nicht nur deplaziert, sondern sind oftmals gar nicht installierbar.

Weitere wichtige Kriterien sind:

  • Einsatzhäufigkeit und Einsatzdauer
  • Streckenprofile
  • klimatische Verhältnisse in Ihren bevorzugten Tourengebieten

Motorradkoffer: Das komfortable Gepäcksystem

Koffersysteme sind mit Sicherheit bei Vielfahrern und Reiseprofis die Nummer eins auf der Liste der Gepäckmöglichkeiten. Ob es dann gleich die Highend-Aluboxen für den jährlichen 5-Tagestripp durchs Mittelgebirge sein müssen hängt nicht zuletzt vom vorhandenen Budget ab. Allerdings gilt auch hier: Wer billig kauft, kauft oftmals zweimal, denn Kunststoffschalen gibt es mittlerweile auf den bekannten Plattformen im Internet zu Hauf, und leider lässt die Qualität oft zu wünschen übrig. Jedoch sind die Vorteile der Koffer nicht von der Hand zu weisen, denn sie sind zumeist wasserdicht, abschließbar, diebstahlsicherer und eben robust. Ein Blick vor dem Kauf auf die Erfahrungen und Bewertungen anderer Motorradreisender lohnt sich in jedem Fall.

Durch die Halterungen, in denen die Koffer meist seitlich am Fahrzeug hängen oder verschraubt sind, hat man zudem eine gute Gewichtsverteilung, vorausgesetzt man achtet darauf, dass beide Koffer in etwa das gleiche wiegen und die schweren Sachen immer unten untergebracht sind.   


Das Topcase: Eine sinnvolle Ergänzung

Oftmals werden die Koffersysteme noch mit einem Topcase ergänzt, das auch den nicht zu unterschätzenden Vorteil einer Rückenlehne für den Mitfahrer bietet und noch einmal zusätzlichen Stauraum zur Verfügung stellt. Da die praktischen Behältnisse dem Motorrad eine nicht zu übersehende Raumschiffoptik verleihen, gehören sie nicht unbedingt zu den bevorzugten Ausstattungen der Ästheten. Nachteilig kann sich beim Topcase der nun höhere Schwerpunkt des Fahrzeugs auswirken. Auf jeden Fall sind auch hier die Herstellerangaben in Bezug auf Tragfähigkeit des Topcase-Trägers und des Cases selbst unbedingt einzuhalten, denn sonst entsteht schnell die Gefahr der Überladung.


Softgepäck: Die coole Variante für alle Fälle

Während Tourenmotorräder und Reiseenduros systembedingt für Koffersysteme prädestiniert sind, sieht das bei Cruisern, Choppern, Sportlern und Scramblern etwas anders aus. Hier bietet sich mit dem Softgepäck inzwischen eine attraktive Alternative.  

Die oftmals als Softbags, Rearbags, Drypacks und ähnlich bezeichneten Taschen verfügen über unterschiedlichste Befestigungssysteme und können sowohl seitlich, als auch auf dem Soziusplatz, oder als Tankrucksack montiert werden. Der große Vorteil hierbei ist, dass sie vielfältig ausbau- und kombinierbar sind. Sie sind, wie auch die Koffer, zumeist wasserdicht oder verfügen über Schutzhauben gegen Regen, bzw. wie bei der Rearbag genannten Variante von SW-Motech einen wasserdichten Innensack. Strukturell sind sie zum Teil fest und stabil aufgebaut und meist mit Reißverschlüssen noch in der Ladekapazität erweiterbar. Auf der anderen Seite gibt es das Ganze auch weich und höchst flexibel. Gemeinsam haben die Taschen der unterschiedlichen Hersteller das Material, aus dem sie gefertigt werden. In der Regel handelt es sich hierbei um Nylon, Cordura oder Leder.

Mit der schwierigen Sicherung gegen Diebstahl liegen die Nachteile des coolen und stylischen Softgepäcks klar auf der Hand. So muss man es entweder am Parkplatz oder bei ungesicherten Abstellplätzen über Nacht vom Motorrad entfernen und beim nächsten Start wieder neu montieren. Die inzwischen oft erhältlichen Haltesysteme sorgen hier zwar für eine wesentliche Erleichterung, ändern jedoch nichts am Grundproblem des Mitschleppens. Auch beim Softgepäck gilt: Schwere Sachen nach unten, leichtes nach oben.


Nichts vergessen: Das muss mit auf die Reise

Immer wieder benötigte und wichtige Utensilien, wie z. B. das Handy, die Kamera und das Portemonnaie samt Führerschein und Fahrzeugpapieren sind in der Fahrerjacke und im Tankrucksack am besten untergebracht, da man diesen ohnehin beim Stopp vom Motorrad lösen und mit sich führen sollte. Die nachfolgende Liste zeigt die unverzichtbaren Dinge für eine gelungene Motorradtour, die neben der Fahrerausstattung einzupacken sind.

Bekleidung
•    Regenkleidung
•    Ersatzhandschuhe
•    Sonnenbrille

Pannenhilfe
•    Bordwerkzeug
•    Pannenset/-spray
•    Klebeband/Kabelbinder

Notfall/Dokumente
•    Handy/Notrufnummern
•    Erste-Hilfe-Set
•    Warnweste
•    Warndreieck
•    Notfallausweis
•    Führerschein
•    Personalausweis
•    Fahrzeugschein
•    Versicherungsunterlagen

Noch wichtig
•    Getränke
•    Energieriegel
•    Straßenkarte
•    Visierreiniger


Gewusst wie: Sicher packen und testen

Zunächst ist es am wichtigsten das Gesamtgewicht festzustellen. Dazu wiegen sich Fahrer und ggf. Beifahrer im kompletten Motorradoutfit, also auch mit Helm. Danach wird das Gewicht der Gepäckbehältnisse inklusive Inhalt erfasst. Jetzt fügt man das Leergewicht des Fahrzeugs laut Fahrzeugschein hinzu und stellt fest wie viel Spielraum noch zur Verfügung steht oder ob ggf. abgespeckt werden muss.

Auch wenn Sie Ihr Motorrad sehr gut kennen und viele Kilometer im Jahr damit zurücklegen, sollten Sie vor Urlaubsantritt unbedingt einige Probekilometer mit der geplanten Beladung zurücklegen, denn nur so erhalten Sie ein Gefühl für die veränderten Fahreigenschaften gegenüber der gepäckfreien Variante. Dazu gehört auch das Kennenlernen der gerade bei Koffersystemen entstehenden Fahrzeugverbreiterung. Diese Erfahrung ist der beste Schutz gegen abgefahrene Autospiegel und tuschierende Koffer.

Unsere Checkliste hilft Ihnen bei der sicheren Vorbereitung auf die Tour:

  • Das komplette Gepäck und die Fahrer in Tourenkleidung wiegen
  • Zulässiges Gewicht prüfenTankrucksack: Alles was unterwegs benötigt wird
  • Seitenkoffer/-taschen möglichst gleich schwer beladen
  • Schwere Dinge nach vorne und unten in den Seitenkoffern/-taschen platzieren
  • Top-Case nur leicht beladen/Herstellerangaben beachten
  • Speziell bei Gepäckrollen und Softgepäck: Alles fest und flatterfrei verzurren, regelmäßig kontrollieren und wenn nötig nachspannen.
  • Kein Gepäck an Gabel und Lenker
  • Blinker und Rücklicht nicht verdecken!
  • Bewegungsfreiheit, Lenkeinschlag und Ablesbarkeit der Instrumente überprüfen
  • Beladungs- und Geschwindigkeitsempfehlungen der Hersteller beachten
  • Fahrwerkseinstellungen und Luftdruck anpassen
  • Probefahrt