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Carsharing: Die Alternative zum eigenen Auto

Carsharing wird in Deutschland immer beliebter. Im Jahr 2017 waren bereits 1,7 Millionen Nutzer bei Carsharing-Anbietern registriert – Tendenz steigend. Vor allem in Großstädten ist Carsharing eine echte Alternative zu der Anschaffung eines eigenen Autos. Der Parkplatzmangel, hohe Lebenshaltungskosten und ein ohnehin gut ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln machen ein eigenes Auto hier für viele Menschen zu einem entbehrlichen Luxusgegenstand. Wer doch einmal ein Auto benötigt, etwa um sperrige Gegenstände zu transportieren, kann hier aus einer Vielzahl an Carsharing-Angeboten wählen.

CsgG – das Carsharinggesetz

In Deutschland gibt es seit dem 1. September ein Gesetz für Carsharing: das Gesetz zur Bevorrechtigung des Carsharing (CsgG), kurz Carsharinggesetz. Es soll dafür sorgen, dass die umweltschädlichen Auswirkungen des sog. „motorisierten Individualverkehrs“ – also eigene Autos – durch Carsharing reduziert werden. Das Gesetz ermöglicht zusätzliche Park- und Stellplätze für Carsharing-Fahrzeuge, sowie eine Befreiung von Parkgebühren.


Was ist Carsharing?

Carsharing, also das „Teilen von Autos“, bezeichnet die gemeinsame Nutzung von Autos durch verschiedene Personen. Halter des Fahrzeugs ist dabei der Carsharing-Anbieter. Dieser kann eine Privatperson oder ein Unternehmen sein. Kosten und Nutzungsbedingungen (zum Beispiel Rückgabe, Tank- und Parkregelung) werden in der Regel in einem Rahmenvertrag festgelegt.

Für die Teilnehmer am Carsharing bietet sich ein entscheidender Vorteil: Sie können einfach fahren, ohne sich weiter um das Auto kümmern zu müssen. Die laufenden Kosten für Versicherung, Parkplätze und Reparaturen entfallen somit. Damit sparen Carsharing-Nutzer nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Werkstatt-Besuche und TÜV-Termine gehören mit Carsharing der Vergangenheit an.

Nachteil des Carsharings: Die Fahrzeugflotten sind zwar vor allem in Ballungszentren recht große, dennoch kann es vorkommen, dass der nächstgelegene Wagen nicht fußläufig erreichbar ist. Die Fahrt zum Auto muss dann gegebenenfalls mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad bewerkstelligt werden. Die Teilnehmer sollten daher sowohl zeitlich als auch örtlich flexibel sein.


Wie funktioniert Carsharing?

Zunächst wählen Sie einen passenden Carsharing-Anbieter aus. Hierzu können Sie sich selbst online umschauen oder aus dem Angebot des Bundesverband CarSharing wählen. Nach der Registrierung bei einem Anbieter müssen Sie sich in der Regel in einer Filiale vor Ort durch Vorlage Ihres Ausweises oder Führerscheins legitimieren, um die Anmeldung abzuschließen.

Nach erfolgter Anmeldung, bei der in der Regel der Rahmenvertrag abgeschlossen wird, können Sie zu jeder Zeit ein Auto buchen. Die Buchung erfolgt entweder über die Internetseite des Anbieters, per Carsharing-App oder telefonisch. Der Schlüssel ist sich im Regelfall direkt im Fahrzeug deponiert. Den Wagen selbst öffnen Sie bei den meisten Anbietern mit Ihrer Kundenkarte oder per App.

Feste Leih- und Abgabestationen wie bei einer Autovermietung gibt es beim Carsharing nur bei einigen Anbietern. Mancherorts sind allerdings spezielle Parkplätze für Carsharing-Autos eingerichtet – zum Beispiel an Bahnhöfen. Ansonsten können die Fahrzeuge nach der Benutzung im gesamten Geschäftsgebiet des Anbieters einfach abgestellt werden. Dort stehen Sie dann dem nächsten Nutzer zur Verfügung. Wo sich das nächste freie Fahrzeug befindet, lässt sich online oder per App in Erfahrung bringen.

Was ist der Bundesverband CarSharing?

Der Bundesverband CarSharing e.V. (bcs) ist der Dachverband deutscher Carsharing-Anbieter. Eines der Ziele des Vereins besteht darin, Carsharing mit dem öffentlichen Nahverkehr zu vernetzen. Dadurch soll der Autobestand und -verkehr minimiert und die Umweltbelastung verringert werden.

Im Gegensatz zu einer klassischen Autovermietung können Carsharing-Fahrzeuge spontan genutzt und für einen beliebigen Zeitraum gemietet werden – sogar minutenweise. Die Abrechnung erfolgt über das Nutzerkonto. Bei einigen Anbietern wird zusätzlich ein monatlicher Mitgliedsbeitrag bzw. eine Grundgebühr fällig. Hinzu kommt die Abrechnung der Fahrzeugnutzung. Die Preise variieren hier je nach Fahrzeugmodell und Tarif – einige Anbieter rechnen pro Stunde und Kilometer ab, andere per Minutenpreis.

Tipp: Wenn Sie sich bei mehreren Anbietern registrieren, können Sie auf eine Vielzahl von Fahrzeugen zugreifen und von unterschiedlichen Angeboten profitieren. So können Sie Engpässe vermeiden und das günstigste Angebot finden. Allerdings können so mehrfach Grundgebühren anfallen.


Für wen ist Carsharing geeignet?

Gelegenheitsfahrer, die nur selten und unregelmäßig mit dem Auto unterwegs sind, können von den Carsharing-Angeboten profitieren. Denn: Wer im Jahr weniger als 5.000 Kilometer zurücklegt, spart in der Regel bares Geld, wenn er auf ein eigenes Auto verzichtet und stattdessen Carsharing nutzt.

Nicht geeignet ist Carsharing zum Beispiel für den täglichen Weg zur Arbeit. Die langen Standzeiten des Fahrzeugs während Sie arbeiten treiben die Kosten schnell in eine Höhe. Und wenn Sie den Wagen nach der Ankunft am Büro wieder für andere Nutzer freigeben, besteht die Gefahr, dass Sie nach Feierabend erst einmal nach einem verfügbaren Fahrzeug suchen müssen. Hier ist ein eigener Wagen meist die bessere Lösung.

Tipp: Wer nur einmalig einen Wagen benötigt – etwa um einen Umzug abzuwickeln – sollte sich privat ein Auto mieten oder auf eine klassische Autovermietung zurückgreifen. In diesem Fall lohnt sich die Mitgliedschaft beim Carsharing nicht.


Welche Carsharing-Varianten gibt es?

Die großen Anbieter wie Car2go oder DriveNow betreiben Carsharing meist als sogenanntes Free-Floating. Dabei gibt es, wie im Abschnitt „Wie funktioniert Carsharing?“ beschrieben, keine festen Leih- und Rückgabestationen. Stattdessen können die Fahrzeuge einfach dort ausleihen, wo sie von den vorherigen Nutzern abgestellt wurden. Andere Anbieter, zum Beispiel Cambio und Stadtmobil, arbeiten mit festen Stationen, an denen die Fahrzeuge ausgeliehen und zurückgegeben werden.

Neben der Nutzung kommerzieller Anbieter mit eigenen Fahrzeugflotten gibt es auch die Möglichkeit, privat ein Auto zu mieten. Das private Carsharing läuft in den meisten Fällen über Online-Plattformen ab, bei denen Autobesitzer ihren Wagen zur Mitbenutzung anbieten. Die Abwicklung erfolgt in der Regel über das Portal, das als Vermittler auftritt. Das betreffende Fahrzeug kann dann direkt beim Halter abgeholt werden. Bei der Schlüsselübergabe wird ein Protokoll über sichtbare Schäden, Kilometerstand und den Gesamtzustand des Fahrzeugs angefertigt.


Wie gestaltet sich der Versicherungsschutz?

Die meisten Carsharing-Fahrzeuge und Nutzer sind über den Anbieter mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung, sowie einer Vollkaskoversicherung geschützt. Allerdings lohnt sich hier ein Vergleich. Die gewählten Haftpflichttarife einiger Carsharing-Anbieter decken nur die gesetzlichen Mindestsummen für Sach- und Personenschäden ab. Diese beträgt 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,12 Millionen Euro für Sachschäden und 50.000 Euro für Vermögensschäden. Zum Vergleich: Bei HDI sind Sie mit einer pauschalen Versicherungssumme von 100 Millionen Euro bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden im Straßenverkehr abgesichert.

Auch die Höhe der Selbstbeteiligung in der Vollkaskoversicherung variiert von Anbieter zu Anbieter. Die Beträge schwanken dabei zwischen 500 bis 1.500 Euro.  

Einige Carsharing-Anbieter setzen ein Mindestalter für die Nutzung des Dienstes voraus, um das Unfallrisiko zu senken. Carsharing-Angebote ab 18 Jahren sind daher nur vereinzelt zu finden. Die meisten Anbieter verlangen mindestens ein Jahr Fahrpraxis und ein Mindestalter von 19 Jahren.

Tipp: Sie können sich gegen ungerechtfertigte Schadensforderungen schützen, indem Sie das Carsharing-Fahrzeug vor und nach der Fahrt fotografieren. Auf diese Weise lässt sich der Fahrzeugzustand dokumentieren und im Streitfall belegen.