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Wenn es auf richtiges Verhalten im Ernstfall ankommt.

Viele Autofahrer sind irritiert und werden hektisch, wenn sich Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn nähern. Wir erklären Ihnen, wie Sie richtig handeln, um Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen Platz zu machen.

Blaues Blinklicht in Kombination mit dem Einsatzhorn sind Sondersignale. Sie zeigen an, dass hier ein Einsatzfahrzeug in höchster Eile unterwegs ist, um Menschenleben zu retten oder eine Gefahr abzuwenden. Diese Signale bedeuten auch, dass das betreffende Fahrzeug in diesem Moment von den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) befreit ist. Es darf beispielsweise rote Ampeln überfahren oder Einbahnstraßen in der falschen Richtung nutzen. Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben dann sofort freie Bahn zu schaffen, so steht es in § 38 StVO.


Bei Blaulicht und Martinshorn Ruhe bewahren und überlegt handeln

Unverzüglich Platz machen müssen übrigens nicht nur Autofahrer, sondern auch sämtliche weiteren Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger. Für Sie als Autofahrer ist das in der Praxis allerdings nicht immer ganz einfach. Die Erfahrung zeigt, dass das plötzliche Auftauchen von Blaulicht und Martinshorn die meisten Autofahrer erschreckt. Dann wird erst einmal hektisch geschaut, von wo das Einsatzfahrzeug kommt und ob man handeln muss. Manche Fahrzeuglenker beginnen sogar mit unüberlegten Ausweichmanövern, auch wenn die Situation noch gar nicht klar ist.

Die erste Verhaltensregel heißt daher, Ruhe bewahren. Auch wenn Eile geboten ist, sollten Sie zunächst klären, von wo sich Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen überhaupt nähern. Ebenso sollten Sie sich die nötige Zeit nehmen, um zu prüfen, ob Sie von der Einsatzfahrt überhaupt betroffen sind. Gerade im städtischen Bereich kommt es oft vor, dass das Fahrzeug mit dem Blaulicht bereits vorher abbiegt. Erst wenn sicher ist, dass es in Ihre Richtung weiterfährt, besteht Anlass zum Handeln. Grundsätzlich empfiehlt es  sich immer, in der kritischen Situation langsam zu fahren. So können Sie sicherer und überlegter handeln. Außerdem sollten Sie Ausweichmanöver rechtzeitig mit dem Blinker anzeigen. Andere Autofahrer haben so die Chance, Ihr Vorhaben zu erkennen und sich darauf einzustellen.


Grundsätzlich rechts fahren, um Platz zu schaffen

Wie Sie handeln sollten, hängt von der jeweiligen Situation ab. Befinden Sie sich auf einer einspurigen Straße, halten Sie sich möglichst weit rechts, um dem Einsatzfahrzeug den notwendigen Platz zu verschaffen. Fahren Sie notfalls mit der gebotenen Vorsicht auf den Fußweg oder eine Verkehrsinsel und halten dort, falls das Fahren am rechten Fahrbahnrand nicht ausreicht. Das Rechtsfahren gilt übrigens auch für die Fahrzeuge auf der Gegenspur. Denn oft schafft erst beidseitiges Ausweichen an den jeweils rechten Fahrbahnrand eine ausreichend breite Gasse für das Einsatzfahrzeug in der Straßenmitte. 

Wenn das Einsatzfahrzeug sich dagegen in einem Engpass nähert, kann unverzügliches Anhalten in der Straßenverengung die falsche Entscheidung sein. Denn dadurch wird die Weiterfahrt des Einsatzfahrzeuges möglicherweise behindert. Besser ist es meist, die problematische Passage schnellstmöglich zu verlassen und dann die Straße frei zu machen.

Unsicher über das richtige Verhalten sind Autofahrer häufig, wenn sie sich vor einer roten Ampel oder in einem Kreuzungsbereich befinden. In einer solchen Situation ist das Vorankommen der Einsatzfahrzeuge wichtiger als die Regeln der StVO. Zum Freimachen des Weges darf notfalls die Haltelinie vorsichtig überfahren werden. Im dichten innerstädtischen Verkehr kann es auch vorkommen, dass Sie sich mitten auf einer Kreuzung befinden, wenn sich ein Einsatzfahrzeug nähert. Prüfen Sie dann genau, ob das Einsatzfahrzeug voraussichtlich Ihre Spur kreuzen wird. Ist das der Fall, versuchen Sie vorsichtig den Kreuzungsbereich freizumachen.


Bei mehreren Fahrspuren Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge bilden

Befinden Sie sich auf einer Straße mit mehreren Fahrspuren in eine Richtung, muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Gibt es zwei Spuren, ist die Sache eindeutig: Die Gasse für Einsatzfahrzeuge wird in der Mitte gebildet. Bei mehr als zwei Spuren muss die Gasse zwischen der Spur ganz links und der zweiten von links gebildet werden. Bei einer dreispurigen Autobahn wäre das also zwischen der Überholspur und der mittleren Fahrspur. Übrigens: Bei mehrspurigen Straßen wie Autobahnen oder außerörtlichen Schnellstraßen muss bei einem Stau grundsätzlich und unverzüglich eine Rettungsgasse gebildet werden. Das gilt unabhängig davon, ob sich tatsächlich ein Rettungsfahrzeug nähert oder nicht. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Und natürlich darf die Rettungsgasse nicht für das eigene Vorankommen missbraucht werden.

Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn sind immer eine Herausforderung, wenn Sie als Autofahrer unterwegs sind. Aber mit diesen einfachen Verhaltensweisen können Sie die Situation sicher und entspannt beherrschen.