HDI.de Google Plus HDI.de Facebook HDI.de LinkedIn HDI.de Twitter pdf Vektor-Smartobjekt1 Vektor-Smartobjekt Vektor-Smartobjekt
ratgeber-motorrad-diebstahlschutz-strasse-laub
Wenn Ihr Motorrad keine leichte Beute sein soll.

Für Autos gehört eine elektronische Wegfahrsperre mittlerweile zur Grundausstattung. Dabei sind Zweiräder – ganz gleich ob Fahrräder, Mofas oder Motorräder – tatsächlich häufiger das Ziel von Dieben. Sie sind in der Regel sehr viel schneller zu stehlen als Autos und damit eine reizvolle Beute für Langfinger. Diese sind mit Bolzenschneidern, Eisspray und weiterem Werkzeug ausgerüstet, um Schlösser in Sekundenschnelle zu knacken.

Eine weitere Variante: Der Diebstahl per Transporter. In diesem Fall helfen auch Schlösser nur bedingt. Das Motorrad wird mittels Muskelkraft in einen Transporter geladen und die Diebe fahren mit Ihrer geliebten Maschine davon. Ein unschönes Szenario für jeden Motorradfahrer. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sich vor dem Einfallsreichtum der Diebe zu schützen.


Motorradschlösser – der Klassiker in Sachen Diebstahlschutz

So vielfältig wie die Welt der Motorräder sind auch die Varianten, um sie zu schützen. Die klassische Methode ist der Schutz durch ein Motorradschloss. Das Lenkradschloss ist für professionelle Diebe kein Hindernis – zur Sicherung Ihrer Maschine müssen Sie „schwerere Geschütze“ auffahren.

Aber Schloss ist nicht gleich Schloss. Von wuchtigen Panzerschlössern bis hin zu starren Bügelschlössern gibt es die verschiedensten Modelle am Markt. Für welches Modell Sie sich entscheiden, hängt auch von Ihrem Fahrzeug und Ihren persönlichen Anforderungen an das Schloss ab. Unverzichtbar ist jedoch das Siegel „geprüfte Qualität“. Billiges oder schlecht verarbeitetes Material ist leicht mit einem Bolzenschneider oder einer Säge aufzubrechen. An der Qualität sollten Sie deshalb keinesfalls sparen.

Sie sollten außerdem darauf achten, dass der Zylinder des Schlosses vor Manipulationen geschützt ist, damit Diebe mit Picking-Werkzeugen keine Chance haben. Das ist beispielsweise bei einem Schließzylinder der Fall, der mit Sonderstiften bestückt ist oder einen besonders tief liegenden Schließkanal hat. Auch ein sogenanntes Abloy-System oder ein Scheibenzylinder bieten Schutz vor einem Aufbruch.


Panzer-, Bügel- und Bremsscheibenschloss – die Vor- und Nachteile

Eine Panzerkette mit Kugelgliedern erschwert Dieben das Aufsägen ungemein. Die Kugeln verschieben sich und bieten dadurch wenig Angriffsfläche für Sägewerkzeug. Verfügt das massive Kettenschloss über die entsprechende Länge, kann das Bike an feste Gegenstände wie Verkehrsschilder oder an andere Motorräder angeschlossen werden. So lässt es sich nicht ohne Weiteres wegtragen.

Ein gut verarbeitetes Bügelschloss ist ebenfalls vergleichsweise schwer aufzubrechen. Es wird am Reifen angebracht und verhindert so ein Wegfahren, ähnlich einer Parkkralle. Je breiter der Reifen ist, desto größer muss das Bügelschloss sein. Doch selbst mit einem großen Modell ist das Anschließen an anderen festen Gegenständen mit einem Bügelschloss kaum möglich.

Ein Nachteil, den beide Sicherungssysteme haben, ist der benötigte Platz. Sowohl die massive Panzerkette als auch das unbewegliche Bügelschloss sind recht unhandlich und dadurch schwer zu verstauen. Für die Sicherung des Bikes auf Reisen sind sie deshalb nur bedingtbedingt geeignet, da sie viel Stauraum beanspruchen.

Das Bremsscheibenschloss hingegen ist sehr klein und kann leicht unter der Sitzbank verstaut werden. Das Schloss wird direkt an der Bremsscheibe angebracht. Die Angriffsfläche für Bolzenschneider und Sägen ist dadurch verschwindend gering. Mit einem integrierten Lock-System können außerdem akustische Signale bei Erschütterungen ausgelöst werden. Dieses sollte allerdings den Umgebungsverhältnissen angepasst werden; andernfalls kann der Alarm unter Umständen bereits durch vorbeifahrende Autos ausgelöst werden. Die Bügelbolzen des Bremsscheibenschlosses passen zudem nicht in jede Bremsscheibe, deshalb sollten Sie beim Kauf die genauen Maße kennen.


Elektronische Schutzmaßnahmen

Die Polizei empfiehlt einen elektronischen Schutz vor Dieben. Hier bietet sich die Wegfahrsperre an. Diese ist in vielen neueren Modellen bereits serienmäßig eingebaut, kann jedoch auch nachgerüstet werden. Das Starten und Kurzschließen von Motorrädern wird dadurch verhindert und eine Manipulation am Kombischalter erschwert.

Zusätzlich kann das Fahrzeug mit einer Diebstahlwarnanlage (DWA) ausgestattet werden. Ist die DWA nicht bereits ab Werk integriert, kann sie ebenfalls nachgerüstet werden. Dabei reagiert eine Vielzahl von Sensoren am Motorrad bei einer unbefugten Nutzung mit optischen und akustischen Alarmsignalen. Neuartige Systeme setzen zudem im Falle eines versuchten Diebstahls eine Nachricht an den Motorradhalter ab. Die elektronische Wegfahrsperre und die DWA bieten zusammen einen guten Grundschutz für Ihr Motorrad, der durch die mechanische Sicherung mittels eines Schlosses sinnvoll ergänzt wird.

Auch ein GPS-Ortungssystem kann einen hilfreichen Beitrag zur Verhinderung eines Diebstahls leisten. Ein derartiges System kann nicht nur den genauen Standort des Motorrades orten. Es kann Sie beispielsweise auch benachrichtigen, wenn Ihr Motorrad losfährt oder ein bestimmtes Gebiet verlässt. Abhängig vom Anbieter liefert es auch Informationen darüber, ob der Motor gerade läuft oder über das Umfeld des Motorrads, das über ein integriertes Mikrofon erfasst wird. Auch die Geschwindigkeit kann getrackt werden. Manche Systeme erstellen zudem ein Fahrtenbuch. Damit ist ein GPS-Tracker auch ein praktischer Helfer im Alltag. Die Kontrolle des Standortes ist jederzeit via App auf dem Smartphone möglich.


Diebstahlversicherung für Ihr Motorrad

Trotz aller Sicherungsmaßnahmen: Eine hundertprozentige Sicherheit vor Diebstählen gibt es nicht. Deshalb ist sinnvoll, Ihr Motorrad außerdem mit einer Versicherung für den Fall eines Diebstahls abzusichern. Doch welche Versicherung ist dafür die richtige?

Eine Haftpflichtversicherung ist zwar Pflicht, wenn Sie sich im Straßenverkehr bewegen,sie sichert jedoch nur Schäden an der Gesundheit und dem Eigentum Dritter ab. Für Eigentumsschäden des Versicherten steht die Kfz-Haftpflicht nicht ein. Im Falle eines Diebstahls sind Sie nur mit einer Kaskoversicherung auf der sicheren Seite. Mit der HDI Motorradversicherung mit Kaskoschutz sind Sie nicht nur gegen den Diebstahl Ihres Motorrades versichert, sondern auch gegen Schäden durch Tierbisse, Zusammenstoß mit Tieren und Glasbruch und viele andere Gefahren. Die Kaskoversicherung Ihres Fahrzeuges ist bereits für einen geringen Beitrag möglich – angesichts des häufig hohen Werts von Motorrädern eine lohnende Investition.

Tipp:
Die Beiträge für eine Motorradversicherung lassen sich durch eine hohe Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) senken. Ebenso wirken sich eine geringe jährliche Fahrleistung, eine vereinbarte Selbstbeteiligung und die Unterbringung des Motorrades in einer Garage positiv auf den Versicherungsbeitrag aus.


Was tun, wenn Ihr Motorrad gestohlen wurde?

Der Diebstahl des Motorrades ist im ersten Moment ein Schock. Sie sollten dennoch versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren und folgenden Ablauf einzuhalten.

  • Verständigen Sie sofort die Polizei – je schneller Sie reagieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, den Dieb zu fassen.
  • Lassen Sie ein Diebstahlprotokoll von den Beamten aufnehmen und legen Sie dieses umgehend Ihrer Versicherung zur Schadensregulierung vor.
  • Fügen Sie dem Protokoll Kopien von Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil I und II) sowie einen Nachweis über die vorhandenen Schlüssel hinzu.