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Regen, Nebel und kurze Tage – Herbst und Winter vermiesen oft nicht nur das Leben im Freien, sie begünstigen auch Verkehrsunfälle. So liegen die Unfallraten bei Dunkelheit und Dämmerung wesentlich höher als bei Tage. Zudem sind diese Unfälle im Vergleich zu Tagunfällen besonders schwer.

Arbeitszeiten und Freizeitgewohnheiten sorgen dafür, dass das Verkehrsgeschehen in Herbst und Winter zum großen Teil nicht bei Tageslicht stattfindet. Das Problem: Wir sehen im Dunkeln schlechter und werden selbst auch schlechter gesehen. Hans-Joachim Koch, Leiter der Kfz-Schadenabteilung der HDI Versicherung AG rät deshalb: „Möglichst gut sichtbar sein und alles tun, um das eigene Sehvermögen zu unterstützen. Beides sollte für jeden Verkehrsteilnehmer selbstverständlich sein, vor allem bei Dunkelheit.”


Wenig Aufwand – große Wirkung

Oft können Autofahrer ihre Wahrnehmungsfähigkeit bei Nacht schon mit wenig Aufwand verbessern. Zum Beispiel gehören getönte Brillen bei Dunkelheit ins Handschuhfach. Frontscheiben sollten nicht verkratzt und außen und innen gereinigt sein, um möglichst wenig Licht zu absorbieren. Und spätestens bei Anbruch der Dämmerung ist das Abblendlicht einzuschalten. Reines Tagfahrlicht reicht dann nicht mehr aus. Richtig eingestellte und gesäuberte Scheinwerfer blenden andere Verkehrsteilnehmer nicht unnötig und leuchten die Fahrbahn am besten aus.

Motorradfahrer sollten auf ihr Helmvisier achten und rechtzeitig tauschen. Denn der weiche Kunststoff verkratzt schnell und verliert damit an Transparenz. Außerdem wird die Blendwirkung durch ein verkratztes Visier erhöht. Und für alle gilt: Geschwindigkeit reduzieren. Denn nur eine den Sichtverhältnissen angepasste Geschwindigkeit verschafft dem Fahrer die Möglichkeit, in kritischen Situationen rechtzeitig reagieren zu können.


Gesehen werden ist lebenswichtig

Genauso wichtig, wie zu sehen, ist es, selbst gesehen zu werden. Vor allem Fußgänger werden im Dunkeln oft erst sehr spät wahrgenommen. Mit fatalen Folgen: 57 Prozent der tödlichen Fußgängerunfälle geschahen 2013 bei Dunkelheit oder in der Dämmerung. Besonders gefährlich sind für Fußgänger Landstraße und – zum Beispiel bei einer Panne – die Autobahn: 2013 wurden bei Dunkelheit oder in der Dämmerung 129 Fußgänger außerhalb von Ortschaften im Straßenverkehr getötet, fast viermal so viele wie tagsüber.

Ein wichtiger Sicherheitsaspekt ist die Kleidung: Autofahrer können dunkel gekleidete Fußgänger oft erst in einer Entfernung von 30 Metern wahrnehmen. Vor allem Kinder sind gefährdet. Sie können das Verkehrsgeschehen noch nicht so gut einschätzen wie Erwachsene. „Eine helle Garderobe und reflektierende Elemente an der Kleidung, Reflex-Gurte, die über der Kleidung angelegt werden, oder entsprechende Applikationen an Schulranzen oder Rucksäcken sind deshalb gerade für Kinder lebenswichtig”, betont HDI Schadenfachmann Koch. Aber auch für Erwachsene können entsprechende Elemente den Unterschied zwischen Übersehen- und Gesehenwerden ausmachen. Denn Reflektorenelemente, die der ECE-Norm entsprechen, sind schon auf eine Entfernung von 150 Metern sichtbar.


Radfahrer sollten aufrüsten

Was für Fußgänger in Hinsicht auf auffällige Kleidung gilt, gilt auch für Radfahrer. Grundsätzlich müssen Fahrräder für den Straßenverkehr mit Reflektoren an Speichen und Pedalen und funktionierender Beleuchtung ausgerüstet sein. Reflektoren und die Fahrradbeleuchtung allein reichen aber oft nicht aus, um genügend Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Zusätzliche Reflektoren an Kleidung und Ausrüstung sorgen deshalb auch bei Radfahrern für ein Mehr an Sicherheit.

Darüber hinaus bieten Standard-Lichtanlagen oft nur eine unzureichende Lichtausbeute. Hochwertige Lichtanlagen mit Halogen- oder LED-Scheinwerfern, Nabendynamos und Standlichtfunktion können die Erkennbarkeit im Straßenverkehr dagegen wesentlich erhöhen.


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