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Wenn es auf der Piste brenzlig wird.

Ski- und Snowboardfahren liegen voll im Trend: Mehr als 13 Millionen Deutsche verbringen ihre Ferien gern im Schnee. Kein Wunder, denn Wintersport macht Spaß. Leider passieren auf der Piste aber auch immer wieder Unfälle. Deshalb ist eine Unfallversicherung für Wintersportler eigentlich unverzichtbar. Wenn Sie einen Sturz oder andere Zwischenfälle beobachten, ist schnelles und richtiges Handeln gefragt. HDI hat deshalb ein paar der wichtigsten Verhaltensweisen zusammengestellt. Denn es gilt als oberste Regel: Wenn Sie Zeuge eines Skiunfalls werden, sind Sie verpflichtet zu helfen.

Was genau ist also zu tun?
Behalten Sie diese drei Punkte im Hinterkopf:
Unfallstelle sichern 
Erste Hilfe leisten 
Hilfe rufen 

Unfallstelle sichern

Bei Skiunfällen gilt wie in allen anderen Notsituationen: Bewahren Sie einen kühlen Kopf. Bei Stress keine leichte Übung. Versuchen Sie es trotzdem. Haben Sie Ihre Gedanken gesammelt, sichern Sie zunächst die Unfallstelle.

Andere Wintersportler müssen sofort erkennen: Hier ist etwas passiert. Ist ein Ski- oder Snowboardfahrer direkt auf der Piste gestürzt, besteht sonst die Gefahr eines „Auffahrunfalls“.

Was genau können Sie tun?

  • Stecken Sie Ihre Skier oder Skistöcke gekreuzt (oder alternativ Ihr Snowboard) fünf bis zehn Meter vor der Unfallstelle gut sichtbar in den Schnee.
  • Die Markierung muss vor Kurven, Engpässen und schlecht einsehbaren Hängen stehen.
  • Signalfarben erzeugen Aufmerksamkeit. Hängen Sie nach Möglichkeit einen farbigen Schal, ein Licht oder Ähnliches an die Skier, Stöcke oder an das Snowboard.

Mit diesen Warnzeichen schützen Sie nicht nur den Verletzten und andere Wintersportler, sondern auch sich selbst. Denn erst wenn Sie nicht mehr gefährdet sind, können Sie Erste Hilfe leisten.


Erste Hilfe auf der Skipiste

Erste Hilfe ist lebenswichtig, keine Frage. Denken Sie aber auch von Anfang an daran, Rettungskräfte zu informieren. Wenn Sie nicht allein unterwegs sind, bitten Sie Ihre Begleitung, den Notruf zu wählen. Mehr dazu lesen Sie im nächsten Abschnitt. In der Zwischenzeit können Sie mit ersten Hilfsmaßnahmen beginnen. Vielen Menschen ist nicht wohl bei dem Gedanken, Erste Hilfe leisten zu müssen. Doch auch hier gilt: keine Panik. 

HDI hat dazu eine kurze Checkliste zusammengestellt:

  • Versuchen Sie zuerst, den Verletzten anzusprechen.
  • Ist der Angesprochene bewusstlos? Dann prüfen Sie Atmung und Puls. Finden Sie keine Vitalzeichen, leiten Sie sofort die Herz-Lungen-Wiederbelebung ein.

Kann der Betroffene hingegen noch antworten und ist halbwegs zurechnungsfähig:

  • Fragen Sie, wo es schmerzt.
  • Kann der Verletzte seine Zehen und Finger nicht mehr rühren, bewegen Sie ihn nicht.
  • Klagt der Betroffene über Nacken- oder Kopfschmerzen, bewegen Sie ihn ebenfalls nicht. Sie vermeiden so weitere Schäden beispielsweise an der Wirbelsäule.
  • In beiden Fällen dürfen Sie das Unfallopfer nicht in die stabile Seitenlage bringen.
  • Nur wenn Sie sich hundertprozentig sicher sind, dass der Verletzte keine Kopf-, Nacken- oder Rückenverletzungen sowie Brüche hat, dürfen Sie ihn aus der Gefahrenzone bringen.

Was noch wichtig ist: Brüche und Prellungen kühlen Sie mit Schnee, bis die Sanitäter oder die Bergwacht eintreffen. Bei Schnittwunden legen Sie einen Druckverband an. Denken Sie daran: Es ist kalt auf der Piste. Können Sie den Gestürzten bewegen, legen Sie ihn beispielsweise auf eine Jacke. Ist der Betroffene zu schwer oder darf er nicht bewegt werden, decken Sie ihn mit einem warmen Kleidungsstück zu.

Vielleicht ist Ihr Erste-Hilfe-Kurs schon eine Weile her. Wer die entsprechenden Handgriffe das letzte Mal vor der Führerscheinprüfung gelernt hat, sollte sein Wissen vor dem nächsten Skiurlaub bei entsprechenden Lehrgängen auffrischen. Damit sind Sie nicht nur für eventuelle Skiunfälle gewappnet.


Hilfe holen

Nun ist die Unfallstelle gesichert und Sie haben Erste Hilfe geleistet. Wenn nicht nebenbei schon Ihre Begleitung die Profis gerufen hat, tun Sie jetzt genau das. Bei Skiunfällen ist der richtige Ansprechpartner die Bergrettung. Die Nummer für den Service ist je nach Land unterschiedlich. Eine Notrufnummer sollten Sie sich aber unbedingt einprägen: den europaweiten Notruf 112. Dieser funktioniert aus allen Netzen, selbst wenn auf Ihrem Smartphone kein Guthaben mehr ist.

Telefonnummern für den Skiunfall

Österreich

Die Nummer für den Alpinnotruf in Österreich lautet 140.

Schweiz

In der Schweiz rufen Sie die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA unter 1414. Alternativ ist der Sanitätsnotruf unter 144 und die Polizei unter 117 zu erreichen.

Italien und Südtirol

In Italien und Südtirol wählen Sie die 118 bei einem Skiunfall.

Frankreich

Der zentrale Notruf in Frankreich ist die 15. Sie werden mit dem Notfalldienst Services d'Aide Médicale Urgent (SAMU) verbunden. Die Polizei erreichen Sie unter der 17, die Feuerwehr unter der 18.

Für das Telefonat merken Sie sich die fünf W-Fragen:

  • Wo ist der Skiunfall passiert? Notfalldienste und Bergrettung müssen Ihren genauen Standort kennen. Je mehr Details Sie nennen, desto besser. Kennen Sie die Pistennummer oder den Namen des Lifts? Sollten Sie unsicher sein, wo genau Sie sich befinden, halten Sie nach Schildern mit Zahlen und farbigen Markierungen auf sowie neben der Piste Ausschau. Gegebenenfalls suchen Sie markante Bezugspunkte in der Landschaft.
  • Was ist geschehen? Schildern Sie den Unfall genau.
  • Wie viele Personen sind betroffen?
  • Welche Verletzungen hat der Betroffene und wie ist sein Zustand?
  • Warten auf Rückfragen. Bleiben Sie in der Leitung und folgen Sie den Anweisungen.

Die alpinen Notsignale

Vielleicht liegt Ihr Smartphone aber noch im Hotel. Oder Sie haben einfach keinen Empfang auf der Skipiste.

Für solche Situationen merken Sie sich die alpinen Notsignale:

  • Wenn Sie nach einem Skiunfall Hilfe brauchen, geben Sie sechsmal in der Minute, also alle zehn Sekunden, ein akustisches oder optisch gut sichtbares Zeichen ab.
  • Es folgt eine einminütige Pause.
  • Sieht oder hört Sie ein Retter, antwortet er. Entweder mit einem akustischen oder optischen Signal. Und zwar dreimal in der Minute, also alle 20 Sekunden.

Wichtig:
Hören Sie mit Ihren Zeichen nicht auf, nur weil Sie eine Antwort bekommen. Die Helfer brauchen das Signal, um Ihre genaue Position zu bestimmen.