Berufsunfähigkeit in der betrieblichen Altersvorsorge – was Arbeitnehmer in Dresden wissen sollten

Berufsunfähigkeit und betriebliche Altersvorsorge: Ein Ratgeber für Arbeitnehmer

Berufsunfähigkeit ist eines der am meisten unterschätzten finanziellen Risiken – auch für Arbeitnehmer in und um Dresden. Immer mehr Arbeitgeber ergänzen ihre betriebliche Altersvorsorge daher um einen Baustein zur Absicherung der Arbeitskraft. Was das für Beschäftigte konkret bedeutet und worauf bei der betrieblichen Berufsunfähigkeitsabsicherung zu achten ist, zeigt dieser Ratgeber.

Warum Berufsunfähigkeit jeden betrifft

Drei Personen im Gespräch, zwei sind mit dem Rücken zur Kamera gewandt, eine Frau ist lächelnd der Kamera zugewandt
Die eigene Arbeitskraft ist für die meisten Menschen der wertvollste finanzielle Baustein ihres Lebens – wichtiger oft als Auto, Haus oder Ersparnisse. Statistisch scheidet etwa jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben aus, ein Risiko, das auch vor Beschäftigten in Sachsen nicht haltmacht.
Die Ursachen für Berufsunfähigkeit haben sich dabei deutlich verschoben: Psychische Erkrankungen sind heute die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit, noch vor orthopädischen Leiden. Das bedeutet: Das Risiko einer Berufsunfähigkeit trifft längst nicht nur körperlich fordernde Berufe, sondern ebenso Büro- und Bildschirmarbeitsplätze, wie sie in Dresden als wachsendem Wirtschafts- und Technologiestandort besonders häufig vorkommen.

Die Lücke der gesetzlichen Absicherung bei Berufsunfähigkeit

Wer nach 1961 geboren wurde, hat keinen Anspruch mehr auf eine klassische Berufsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Stattdessen greift – unter engen Voraussetzungen – lediglich die Erwerbsminderungsrente. Diese wird erst gezahlt, wenn jemand in praktisch keinem Beruf mehr mindestens drei Stunden täglich arbeiten kann, unabhängig von der zuvor ausgeübten Tätigkeit.
Die Höhe liegt in der Praxis häufig nur knapp über dem Grundsicherungsniveau. Für den gewohnten Lebensstandard reicht das in aller Regel nicht aus – die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit muss also anderweitig organisiert werden.

Was die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit Berufsunfähigkeit zu tun hat

Team im Austausch
Viele Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) inzwischen auch Bausteine zur Absicherung der Arbeitskraft gegen Berufsunfähigkeit an. Das ist sinnvoll, weil der Arbeitgeber hier als Vertragspartner auftritt und Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge häufig über die Entgeltumwandlung oder als Zuschuss organisiert werden können. Für viele Beschäftigte bedeutet das oft einen einfacheren Zugang zu einem Berufsunfähigkeitsschutz, den sie privat vielleicht aus Zeit- oder Kostengründen nie abgeschlossen hätten.
Wichtig ist dabei, genau hinzuschauen: Eine betriebliche Berufsunfähigkeitsabsicherung im Rahmen der bAV ist rechtlich und vertraglich anders aufgebaut als eine rein private Berufsunfähigkeitsversicherung. Fragen zur Übertragbarkeit bei Arbeitgeberwechsel, zur steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Behandlung der Leistung im Leistungsfall sowie zur Höhe der abgesicherten BU-Rente im Verhältnis zum tatsächlichen Einkommen sollten vor Vertragsabschluss geklärt sein.

Worauf es bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ankommt

Zwei Männer mittleren Alters und eine Frau unterhalten sich geschäftlich. Alle drei haben einen Anzug an, die beiden Männer mit Krawatte. Der linke Mann hat braunde Haare und einen Bart, der Mann in der Mitte hat graues Haar und kein Bart. Die Frau links ist geschminkt und trägt einen Zopf mit langen schwarzen Haaren.
Unabhängig davon, ob die Berufsunfähigkeitsabsicherung privat oder über die betriebliche Altersvorsorge organisiert ist, lohnt sich der Blick auf einige Kernpunkte:
  • Wie wird „Berufsunfähigkeit" definiert? Entscheidend ist, ob auf die zuletzt ausgeübte konkrete Tätigkeit abgestellt wird oder ob eine Verweisung auf andere, ähnliche Berufe möglich ist.
  • Wie hoch ist die abgesicherte BU-Rente? Sie sollte sich am tatsächlichen Nettoeinkommen orientieren, nicht an einem pauschalen Mindestbetrag.
  • Bis zu welchem Alter besteht der Berufsunfähigkeitsschutz? Eine Absicherung, die vor dem regulären Renteneintritt endet, kann im schlimmsten Fall genau dann auslaufen, wenn das Risiko einer Erkrankung am höchsten ist.
  • Was passiert bei einem Jobwechsel? Gerade bei betrieblichen Lösungen der Altersvorsorge ist die Mitnahmefähigkeit der Berufsunfähigkeitsabsicherung ein zentraler Punkt.

Berufsunfähigkeit und betriebliche Altersvorsorge: der erste Schritt

Drei Männer, zwei der Männer geben sich die Hand
Jede berufliche und private Situation ist anders – entsprechend individuell sollte auch die Absicherung der Arbeitskraft gegen Berufsunfähigkeit geprüft werden. Ein persönliches Beratungsgespräch vor Ort hilft dabei, bestehende Lücken in der betrieblichen Altersvorsorge zu erkennen und eine Lösung zu finden, die zur eigenen Lebenssituation passt.
Für ein unverbindliches Beratungsgespräch rund um Berufsunfähigkeit und betriebliche Altersvorsorge steht Ihnen die Agentur Dreier in Dresden gerne zur Verfügung.
Thomas Dreier

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