HDI.de Google Plus HDI.de Facebook HDI.de LinkedIn HDI.de Twitter pdf Vektor-Smartobjekt1 Vektor-Smartobjekt Vektor-Smartobjekt
ratgeber-trickbetrug-betrueger-handwerker-laecheln-haende-schuetteln-begruessung-haustuer-offen
ratgeber-trickbetrug-betrueger-handwerker-laecheln-haende-schuetteln-begruessung-haustuer-offen
{{storeVisualHeaderText()}}

Trickbetrug: Vorsicht vor falschen Polizisten, Amtspersonen und Handwerkern!

Gemäß Gesetzbuch ist Betrug „das Erzielen eines finanziellen Vorteils durch Täuschung eines anderen.“ Das ist immer dann der Fall, wenn falsche Tatsachen vorgespiegelt oder wahre Tatsachen entstellt werden, zum Beispiel beim Haustürbetrug.

Seit Jahren informiert und warnt die Polizei vor den Methoden der Trickbetrüger, die sich an der Haustür oder am Telefon mit viel sprachlichem Geschick das Vertrauen der Opfer erschleichen, ihre Gutmütigkeit ausnutzen oder aber auch durch massiven Druck überrumpeln. Meist sind Senioren die bevorzugte Zielgruppe dieser Kriminellen. Aber auch Jüngere tappen in ihre Fallen, es werden immer perfidere Tricks angewendet, um an die Wertsachen und das Geld der Opfer zu gelangen.


Falsche Polizisten und andere vermeintliche Amtspersonen

Betrüger stehen vor der Tür, zeigen gefälschte Dienstausweise und verschaffen sich so Zutritt in das Heim des Opfers, um Schmuck und Bargeld zu stehlen. Eine weitere Masche ist der Versand von z. B. Haftbefehlen per Post oder E-Mail mit der Aufforderung an das Opfer, eine höhere Geldsumme zu zahlen, um die Inhaftierung zu vermeiden.

Ganz dreiste Gauner geben sich, teils unter Nutzung der Namen von real existierenden Amtspersonen, am Telefon als Polizeibeamte, BKA-Beamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus. Als Rufnummer erscheint diejenige der örtlichen Polizeidienststelle, des BKA oder die 110 mit einer Ortsvorwahl im Telefondisplay. Die Geschädigten, häufig ältere Menschen, werden in oft sehr langen Telefonaten geschickt manipuliert. Mit überzeugenden Geschichten wird das Opfer so lange traktiert, bis der letzte Zweifel ausgeräumt ist. So hätten z. B. Ermittlungen ergeben, dass ein Einbruch unmittelbar bevorstehe. Die Angerufenen werden massiv unter Druck gesetzt und aufgefordert, Wertgegenstände und Bargeld zum eigenen Schutz einem „Polizeikollegen“ auszuhändigen, der die Sachen „vorsorglich amtlich in Verwahrung“ nehmen würde. In einigen Fällen war der Druck auf die Betroffenen so stark, dass diese neben den im Haus befindlichen Wertgegenständen auch die Inhalte ihrer Bankschließfächer dem vermeintlichen Polizeibeamten übergaben.

Doch die Trickbetrüger nutzen nicht nur den Deckmantel der Polizei für ihre Machenschaften. Auch als z.B. Gerichtsvollzieher, Mitarbeiter der Kirche, des Sozialamtes oder einer anderen sozialen Stelle, Berater der Krankenkasse oder der Rentenversicherung versuchen sie, in das Heim des ahnungslosen Opfers zu gelangen, dieses abzulenken und die Wohnung hinter seinem Rücken zu durchsuchen und auszurauben.


Klauen statt schrauben: Besuch vom angeblichen Handwerker

„Guten Tag, die Hausverwaltung schickt mich, ich soll die Heizungen prüfen.“ So einfach verschaffen sich betrügerische Gauner Zutritt in Wohnungen. Auch vermeintliche Mitarbeiter der Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerke wollen nur mal eben die Kostenzähler ablesen. Und der Techniker von der Telefongesellschaft möchte die „Übertragungsstörungen“, die immer wieder in der Gegend auftauchen, beheben.

Gerne wird auch bei der Handwerkermasche Druck aufgebaut. „Hier im Haus hat es einen Wasserrohrbruch gegeben. Wir müssen schnellstens das Wasser abstellen und die Rohre prüfen.“ Wer möchte schon Wasserschäden in seinen Räumlichkeiten, also öffnet der arglose Bewohner dem rettenden Handwerker sofort die Tür. Einmal in der Wohnung, findet der Monteur schnell einen Grund, sein Opfer abzulenken: „Drehen Sie bitte einmal im Badezimmer das Wasser auf“. Schon ist der Weg für einen schnellen Diebstahl frei.


So schützt man sich vor Trickbetrug – Tipps der Polizei

Ganz wichtig ist es, eine gesunde Skepsis gegenüber Unbekannten, die an der Tür stehen oder anrufen, zu haben. Dies darf Ihnen nicht peinlich sein, sondern zeigt dem Gegenüber, dass Sie aufmerksam sind.

Konkret rät die Polizei zu folgenden Maßnahmen:

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten einfach in Ihre Wohnung. Nutzen Sie den Sperrriegel oder sprechen Sie durch die geschlossene Tür.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen immer den Dienstausweis und prüfen Sie diesen sorgfältig (Druck, Foto, Stempel).
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel die Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Ganz wichtig: Suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Und lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Die echte Polizei fordert Sie niemals auf, ihnen Geldbeträge oder Wertgegenstände zu zeigen oder zu übergeben.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf. Bei einem vermeintlichen Anruf der Polizei lassen Sie sich den Namen nennen, legen auf und rufen Ihre örtliche Polizeibehörde über die Rufnummer 110 an. Schildern Sie dort den Vorgang.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen, auch nicht an vermeintliche Amtspersonen.
  • Öffnen Sie nur Handwerkern, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt wurden. Im Zweifel fragen Sie dort immer erst nach.
  • Lassen Sie sich auch bei angeblichen Notfällen, zum Beispiel einem Rohrbruch, nicht drängen. Fragen Sie im Zweifel bei den Stadtwerken, beim Hausmeister oder bei Nachbarn telefonisch nach.
  • Sind Sie allein, dann bitten Sie einen Nachbarn hinzu oder bestellen Sie den Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist. So haben Sie die Besucher besser im Blick. Gleichzeit schreckt eine 2. Person Täter eher ab. Vereinbaren Sie deshalb mit Nachbarn, dass Sie sich gegenseitig beistehen, wenn Unbekannte an Ihrer Tür klingeln.
  • Wird der Besucher zudringlich, wehren Sie sich dagegen notfalls auch energisch: Sprechen Sie laut mit ihm oder rufen Sie um Hilfe. Informieren Sie sofort die Polizei, über den Notrufnummer 110.