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Wenn der Berg ruft.

Um die Sicherheit auf der Skipiste zu erhöhen, hat der Internationale Skiverband FIS (Fédération Internationale de Ski) Pistenregeln zusammengestellt. Als Wintersportler sollten Sie diese Regeln kennen und vor allem auch befolgen. Dadurch können Sie selbst aktiv das Risiko eines Skiunfalls verringern. Die zehn Regeln gelten für Skifahrer und Snowboarder gleichermaßen und sind quasi eine Art Straßenverkehrsordnung für Skipisten. Auch wenn es sich bei FIS-Pistenregeln nicht um gesetzlich verankerte Regelungen handelt: Ein Verstoß kann rechtliche Konsequenzen haben, wenn dadurch ein Unfall verursacht wird.


Rücksicht als oberstes Gebot bei den Pistenregeln

Alle Wintersportler müssen auf der Piste Rücksicht auf andere Skifahrer oder Snowboarder nehmen. Die erste FIS-Regel besagt, dass jeder sich so verhalten muss, dass kein anderer gefährdet oder geschädigt wird. Dazu gehört auch, dass Fahrer ihr Können realistisch einschätzen. Geschwindigkeit und Fahrweise müssen daran ebenso wie an das Gelände und die Witterungsverhältnisse angepasst werden. Auch die Verkehrsdichte spielt eine Rolle. Skifahrer sind auf Sicht unterwegs und müssen daher vorausschauend fahren. Grundsätzlich gilt: Der von hinten kommende Fahrer muss seine Spur so wählen, dass kein anderer gefährdet wird.


Ski-Regeln für Überholen, Einfahren und Co.

Skifahrer und Snowboarder dürfen aus allen Richtungen überholen, dazu gibt es keine festen Vorgaben. Allerdings sehen die Pistenregeln vor, dass dabei ausreichend Abstand zu anderen Fahrern eingehalten wird. Und zwar so viel, dass diese in ihren Bewegungen nicht eingeschränkt werden. Wer neu auf eine Abfahrt einfährt oder nach einem Halt weiterfährt, muss besonders vorsichtig sein: Er sollte sich in alle Richtungen umschauen und prüfen, ob er sich gefahrlos einfädeln kann. An unübersichtlichen oder engen Stellen sollte kein Wintersportler länger als nötig anhalten. Wer gestürzt ist, sollte die Stelle so schnell wie möglich räumen.


Allgemeine Hinweise und Verhalten bei einem Skiunfall

Wenn Wintersportler beim Aufstieg oder Abstieg zu Fuß unterwegs sind, müssen sie sich am Rand der Piste halten. Generell sind laut Pistenregeln immer die Markierungen und Schilder zu beachten. Falls es zu einem Skiunfall kommt, sind alle Skifahrer und Snowboarder durch die Ski-Regeln verpflichtet, Hilfe zu leisten. Sie müssen außerdem bei einem Unfall ihre Personalien angeben. Dabei ist es unerheblich, ob sie Zeuge oder Beteiligter sind.

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Die FIS-Pistenregeln auf einen Blick

Knapp zusammengefasst sind beim Skifahren diese Regeln zu beachten:

  • Rücksicht auf andere Skifahrer und Snowboarder nehmen
  • Geschwindigkeit und Fahrweise an die Umgebung und das eigene Können anpassen
  • Als von hinten kommender Fahrer die Spur so wählen, dass niemand gefährdet wird
  • Überholen aus allen Richtungen möglich, aber sehr vorsichtig
  • Wer einfährt oder anfährt, muss sich vergewissern, dass dies gefahrlos möglich ist
  • Anhalten an unübersichtlichen Stellen nur im Notfall und möglichst kurz
  • Aufstieg und Abstieg zu Fuß müssen am Rand der Piste erfolgen
  • Markierungen und Schilder beachten
  • Bei einem Skiunfall ist Hilfe zu leisten
  • Alle Skifahrer und Snowboarder müssen bei einem Unfall ihre Personalien angeben

Skipisten-Farben: Die richtige Abfahrt

Neben den Pistenregeln sind auch Kenntnisse über die verschiedenen Skipisten-Farben wichtig, um sicher unterwegs zu sein. Die Farben verraten, wie der Schwierigkeitsgrad einer Piste ist. Neben den Farben können auch Nummern oder Namen für die Pisten angegeben werden. Sie dienen zur Orientierung für die Fahrer. Besonders Anfänger sollten sich immer nach den Farben richten und nur Pisten befahren, auf denen sie zurechtkommen.

Für Pisten in den Alpen gilt folgende Kategorisierung der Schwierigkeitsgrade:

Skipisten Schwierigkeitsgrade

Grün

Die Farbe wird für einfache Anfänger- und Übungspisten verwendet, besser bekannt als sogenannter "Idiotenhügel".

Blau

Eine blaue Skipiste eignet sich gut für Wiedereinsteiger, Anfänger oder Familien. Das Gefälle beträgt hier maximal 25 Prozent. Zu erwarten sind einfache Abfahrten, auf denen verschiedene Skitechniken eingesetzt werden können.

Rot

Rote Pisten sind für Anfänger ungeeignet. Das Gefälle liegt bei maximal 40 Prozent. Fortgeschrittene Wintersportler können hier ihre Technik verbessern und sich auf noch anspruchsvollere Pisten vorbereiten.

Schwarz

Auf eine schwarze Piste sollten sich nur echte Könner mit Erfahrung wagen. Das Gefälle beträgt mehr als 40 Prozent.

Auch in Schweden und Norwegen wird dieses Farbschema verwendet, lediglich die Gefällewerte weichen leicht ab. Es gibt allerdings auch Länder, die ein abweichendes Kennzeichnungssystem für Schwierigkeitsgrade von Pisten verwenden, zum Beispiel die USA. Deshalb ist es immer empfehlenswert, sich noch einmal vor Ort zu informieren. Abgesehen von den präparierten Pisten gibt es auch Skirouten. Diese sind zwar markiert, können aber unwegsam sein und sind deshalb nur für erfahrene Wintersportler geeignet.


Gesund durch den Skiurlaub: Darauf sollten Sie achten

Das Beachten der Pistenregeln ist natürlich eine der wichtigsten Maßnahmen, damit es gar nicht erst zu einem Skiunfall kommt. Wintersportler können darüber hinaus aber noch einiges mehr tun, um auf der Piste fit und unverletzt zu bleiben: Dazu gehört beispielsweise ausreichend warme Kleidung, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Übertreiben Sie es nicht und fahren Sie vor allem in den ersten Tagen des Skiurlaubs nicht zu lange am Stück. Erschöpfung erhöht das Unfallrisiko. Planen Sie deshalb auch Erholungspausen ein und achten Sie auf ausreichend Schlaf in den Nächten. Vor und während des Skifahrens sollte Alkohol tabu sein. Wer unter Alkoholeinfluss fährt, riskiert nicht nur Unfälle, sondern auch den Schutz seiner privaten Haftpflichtversicherung: Verursachen Sie mit Alkohol im Blut einen Skiunfall, kann die Zahlung an das Unfallopfer verweigert werden und Sie müssen selbst für den Schaden aufkommen. Es kann sich sogar um eine Straftat handeln, wenn ein Skifahrer betrunken einen Unfall verursacht.


Sicherheit beim Skifahren: Gute Vorbereitung

Wer im Skiurlaub sicher unterwegs sein möchte, sollte sich gut vorbereiten. Das beginnt schon bei der Wahl des Urlaubsziels: Entscheiden Sie sich für ein Gebiet, in dem es besonders viele Pisten gibt, die zu Ihren Fahrfähigkeiten passen. Informieren Sie sich vorab über die Pistenregeln, um sich und andere nicht zu gefährden. Für Skifahrer ist eine Unfallversicherung zwar nicht verpflichtend, aber sehr empfehlenswert. Auf der Piste kann es zu schweren Unfällen kommen. Besonders häufig sind die Knie betroffen. Kopfverletzungen kommen zwar seltener vor, haben aber besonders schwere Folgen. Ein Ski-Helm schützt Sie. Sollte dennoch etwas passieren, profitieren Helmträger bei HDI von erhöhten Leistungen bei Kopfverletzungen – der HDI Helm-Bonus. Die Unfallversicherung zahlt im Ernstfall eine monatliche Rente oder leistet eine Einmalzahlung. Auch Bergungskosten werden übernommen. Wichtig ist allerdings: Auch hier riskieren Ski- und Snowboardfahrer ihren Versicherungsschutz, wenn sie unter Alkoholeinfluss unterwegs sind. Damit ein Skiunfall möglichst wenig schwere Folgen nach sich zieht, ist auch die richtige Kleidung und Ausrüstung wichtig: Protektoren, gute Skihandschuhe, Brille und der schon erwähnte Helm verringern das Verletzungsrisiko.