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Wenn kleinen Entdeckern schnell geholfen wird.

Bei einem Unfall ist schnelles Handeln gefragt. Erste Hilfe bei Kindern weist aber ein paar Besonderheiten auf. Da Eltern häufig als erstes zur Stelle sind, sollten sie wissen, was bei der Erstversorgung von Kindern nach einem Unfall zu beachten ist.


Erste Hilfe am Kind: Schnelles Handeln kann entscheidend sein

Die Mehrzahl aller Kinderunfälle passiert zu Hause. Deshalb sind es meist die Eltern, denen die Rolle als Ersthelfer zuteilwird. Viele Mütter und Väter haben allerdings Angst, das Kind zu verletzen, und unternehmen deswegen lieber nichts. Ein mitunter gefährlicher Fehler – denn bis ein Rettungswagen eintrifft, dauert es oft zu lange. In dieser Zeit können schwere Schäden auftreten, die durch Erste Hilfe am Kind vermeidbar sind.

Ein Beispiel: Das Gehirn kommt nur etwa drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff aus. Eine Beatmung kann also elementar sein, um die Zeit zu überbrücken bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Es gibt spezielle Kurse für Eltern, in denen Erste Hilfe bei Kindern vermittelt wird. Sie sind für alle Eltern empfehlenswert, um die Maßnahmen auch praktisch zu lernen und die Angst vor Fehlern zu verlieren.


Erste Maßnahme: Das Kind ansprechen und den Atem prüfen

Wenn Ihr Kind reglos am Boden liegt, sollten Sie es zunächst ansprechen und berühren. Prüfen Sie, ob es reagiert. Reißen Sie es aber nicht nach oben – Sie könnten es dadurch noch stärker verletzen. Im besten Fall kann das Kind Ihnen erklären, was passiert ist. Dann können Sie es entsprechend versorgen, zum Beispiel mit einem Verband.

Wenn das Kind nicht reagiert, sollten Sie oder eine andere anwesende Person den Notruf 112 wählen. Bis Unterstützung eintrifft, sollten Sie unbedingt selbst aktiv werden und dem Kind Erste Hilfe leisten. Prüfen Sie zunächst seinen Atem. Biegen Sie dazu den Kopf des Kindes vorsichtig leicht nach hinten und öffnen Sie seinen Mund. Versuchen Sie, den Atem zu hören und zu spüren. Vorsicht: Wenn Sie Erste Hilfe bei einem Baby leisten müssen, achten Sie darauf, den Kopf nicht zu überstrecken.


Erste Hilfe bei bewusstlosen Kindern: Stabile Seitenlage

Atmet das Kind, ist das ein gutes Zeichen. Sie sollten es dann umgehend in die stabile Seitenlage bringen. Wenn es auf dem Rücken liegt, könnte es erbrechen und daran ersticken. Für die stabile Seitenlage drehen Sie das Kind auf seine Körperseite. Das untere Bein ist dabei lang ausgestreckt, das obere Bein liegt angewinkelt. Der untere Arm liegt angewinkelt mit der Handfläche nach oben, der obere Arm wird darüber gekreuzt. Der Kopf des Kindes wird dabei leicht in den Nacken geneigt. Achten Sie darauf, dass der Mund geöffnet ist, damit Erbrochenes oder Blut abfließen kann und nicht in die Atemwege gelangt.

Bei einem Baby sieht die stabile Seitenlage etwas anders aus: Legen Sie den Säugling auf den Bauch, drehen Sie seinen Kopf zur Seite und öffnen Sie seinen Mund.

Liegt das Kind stabil, decken Sie es zu und beobachten es, bis Arzt oder Sanitäter eintreffen. Kommt das Kind zwischenzeitlich wieder zu Bewusstsein, sollte es nach Möglichkeit in dieser Position liegen bleiben, bis die Rettungskräfte vor Ort sind. Sprechen sie ruhig und deutlich mit ihm, sagen sie ihm, dass bald Hilfe kommt und streicheln sie das Kind – so spürt es, dass es nicht allein ist, und bleibt eher ruhig liegen.


Atemstillstand: Das Kind beatmen

Wenn Sie keine Atmung feststellen können, müssen Sie dem Kind Atem spenden. Dafür atmen Sie selbst normal ein und halten die Nase des Kindes zu. Dann blasen Sie Luft in den Mund des Kindes, bis der Brustkorb sich hebt. Geben Sie die Nase wieder frei. Bedenken Sie, dass die Lungen von Kindern kleiner sind und weniger Luft fassen können. Wenn der Brustkorb sich wieder senkt, spenden Sie erneut Atem. Wiederholen Sie insgesamt fünfmal.

Bei der Beatmung eines Babys gibt es eine Besonderheit: Hier müssen Sie Mund und Nase gleichzeitig beatmen. Sobald das Kind selbst wieder zu atmen beginnt, können Sie es in die stabile Seitenlage bringen.


Herzdruckmassage bei Kindern

Falls die Beatmung nicht erfolgreich ist, sollten Sie sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Bei Kindern ab etwa einem Jahr legen Sie dafür Ihren Handballen auf den unteren Bereich des Brustbeins.

Drücken Sie das Brustbein 30 Mal um zwei bis vier Zentimeter (je nach Größe des Kindes) nach unten. Versuchen Sie dabei eine Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute einzuhalten. Dabei hilft ein Song, der etwa 100 bpm (Beats pro Minute) hat, zum Beispiel „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees oder „Atemlos“ von Helene Fischer.

Je jünger das Kind ist, desto schneller sollte der Rhythmus sein. Danach führen Sie zwei Beatmungen durch. Dieses Vorgehen setzen Sie immer im Wechsel fort. Sobald das Kind selbst atmet, bringen Sie es in die stabile Seitenlage.

Bei der Ersten Hilfe an einem Baby verwenden Sie für die Herzdruckmassage nur zwei Finger, nicht den gesamten Handballen.


Erste Hilfe für Kinder: Wunden richtig versorgen

Ein kleiner Fahrradunfall, beim Kochen in den Finger geschnitten oder beim Toben an einem Hindernis hängen geblieben: Dass Kinder infolge von Verletzungen bluten, ist keine Seltenheit. Der Schreck ist erst einmal groß, doch Sie sollten Ruhe bewahren. Schauen Sie sich die Wunde genau an und prüfen Sie, wie schwerwiegend sie ist. Der erste Eindruck kann durch weiträumig verschmiertes Blut täuschen. Tiefe oder großflächige Verletzung müssen häufig genäht werden. In einem solchen Fall sollten Sie einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Kleinere Wunden können Sie selbst versorgen. Achten Sie vor allem auf Sauberkeit und tragen Sie Einweghandschuhe. Reinigen Sie die Wunde zunächst mit Wasser. Blutet die Verletzung nur leicht, reicht ein Pflaster aus. Eine stärkere Blutung können Sie mit einem Druckverband stoppen: Dafür legen Sie eine sterile Kompresse auf die Haut des kleinen Patienten und darüber ein Druckpolster. Dies fixieren Sie mit einer Mullbinde.


Kopfverletzungen: Schädel-Hirn-Trauma erkennen

Bei einem Sturz schlagen Kinder häufig auch mit dem Kopf hart auf. Oft bleibt es dabei bei einer kleinen Beule. Dann hilft eine Kühlkompresse gegen die Schwellung. Manchmal entsteht aber auch eine Platzwunde oder sogar ein Schädel-Hirn-Trauma. Achten Sie darauf, ob sich das Kind nach einem Aufprall mit dem Kopf extrem müde ist oder sich erbricht. Beides kann auf eine Gehirnerschütterung hinweisen. Auch wenn ein Kind nach einem Sturz bewusstlos wird, ist ein Schädel-Hirn-Trauma wahrscheinlich. Bringen Sie es in die stabile Seitenlage und rufen Sie den Notruf 112. Wenn das Kind nicht atmet, wenden Sie Beatmung und gegebenenfalls die Herzmassage an.


Erste Hilfe bei Erstickungsgefahr

Kleine Kinder stecken sich nur zu gerne Gegenstände in den Mund. Gelangen diese in die Luftröhre, wird es gefährlich. Meist kommt es zu Hustenreiz und Würgen, was im besten Fall dafür sorgt, dass der Fremdkörper wieder hinausbefördert wird. Hat das Kind jedoch Probleme beim Atmen oder entstehen dabei pfeifende Geräusche, sollten Sie schnell handeln. In schweren Fällen läuft das Kind blau an oder wird sogar bewusstlos.

Fordern Sie das Kind umgehend auf, kräftig zu husten. Wenn das den verschluckten Gegenstand nicht wieder zutage fördert, versuchen Sie ihn mit bis zu fünf Schlägen zwischen die Schulterblätter zu lösen. Beugen Sie dabei den Oberkörper des Kindes nach vorne. Im Notfall rufen Sie den Rettungsdienst und wenden Sie den sogenannten Heimlich-Griff an: Dabei umfassen Sie das Kind von hinten mit beiden Armen und legen Sie die Hände zwischen Bauchnabel und Brustbein. Ziehen Sie ein paarmal ruckartig, sodass Druck auf den Oberbauch ausgeübt wird. Der Griff kann allerdings zu Verletzungen führen und sollte daher nur in Notfällen zum Einsatz kommen. Bei Kindern unter einem Jahr sollte der Heimlich-Griff daher nicht angewendet werden.

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