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Wenn Ihr Herz für Classic Cars schlägt.

Oldtimer werden immer beliebter: 2017 gab es in Deutschland 431.000 Autos mit H-Kennzeichen für historische Automobile. Zehn Jahre zuvor waren es noch 169.200. Der Grund: Durch ausdauernde Pflege entgehen immer mehr betagte Autos der drohenden Verschrottung und werden schließlich zu Oldtimern.

Sich selbst in die Riege der Oldtimer-Besitzer einzureihen, ist prinzipiell nicht schwer. Doch das Angebot auf dem Markt ist riesig. Deshalb sollten angehende Freunde der antiken Fahrzeuge beim Kauf eines Oldtimers einige wichtige Grundsätze beachten, damit am Ende keine bösen Überraschungen drohen.


Etablierte Marken wählen

Beim Kauf eines Oldtimers ist für Neulinge die Gefahr groß, mit dem Herzen zu kaufen statt mit dem Verstand. Wie hinreißend ist doch das italienische Coupé, wie elegant die englische Limousine! Solch ein exotisches Gefährt kann viel Freude machen – aber auch zur Kostenfalle werden, wenn Ersatzteile so selten sind wie Spezialisten, die sich mit diesen Autos auskennen. Welchen Oldtimer sollten Einsteiger also kaufen? Neulinge bleiben am besten bei den etablierten Marken. Für solche Klassiker finden Sie relativ einfach Ersatzteile, oft aus Nachproduktion, und fachliche Unterstützung durch Clubs, Foren und Werkstätten.

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Gründlich über Marken, Modelle und Märkte informieren

Wer gut kaufen will, muss gut informiert sein. Zum Glück gibt es für Oldtimer-Freunde eine Vielzahl von Informationsquellen, die das Angebot transparent machen. Hier bekommen Sie einen Einblick in die verschiedensten Bereiche des Oldtimer-Markts:

  • Spezielle Zeitschriften 
  • Online-Portale
  • Zahlreiche Oldtimer-Messen
  • Oldtimer-Katalog 
  • Preisauskünfte aus Fachdatenbanken
  • Fachbücher, Internetseiten und Foren für technische Informationen 

Oldtimer mit H-Kennzeichen bevorzugen

Wenn Sie einen Oldtimer kaufen möchten, achten Sie darauf, dass er über ein H-Kennzeichen. Das bietet mehrere Vorteile: Die Kfz-Steuer ist niedriger und auch ohne grüne Plakette dürfen Sie in Umweltzonen einfahren. Generell profitieren Oldtimer-Besitzer von günstigen Versicherungsbeiträgen in der Oldtimerversicherung

Ein schon vorhandenes H-Kennzeichen stellt sicher, dass diese Vorteile eines Oldtimers sofort und ohne vorherige Beantragung nutzbar sind. Für die Versicherung wird außerdem ein Wertgutachten benötigt. So erhält Ihr Oldtimer den richtigen Tarif, der seinem Marktwert entspricht. Achtung: Ein H-Kennzeichen kann bei der HU auch aberkannt werden.


Welcher Oldtimer eignet sich als Wertanlage?

Auch der Wertzuwachs stellt eine wichtige Motivation dar, um in einen Oldtimer und dessen Restauration zu investieren. Viele Interessenten haben aus Berichten über spektakuläre Auktionspreise bei einzelnen Autos den Eindruck gewonnen, bei Oldtimern wäre der Wertzuwachs fast garantiert. Doch dem ist nicht immer so. Vielmehr ändert sich bei vielen Oldtimern über die Jahre wenig am Marktwert. Das kann man positiv sehen: Während Neuwagen ab Tag eins ständig an Wert verlieren, bleibt der Preis eines Oldtimers bei guter Pflege konstant – mindestens.

Denn etliche Oldtimer legen tatsächlich deutlich an Wert zu. Dabei gibt es zum einen bekannte Favoriten wie den Porsche 911 oder den Mercedes W 113 SL Pagode. Manchmal entwickeln sich Modelle aber auch überraschend zu Shooting Stars. So war zum Beispiel im Jahr 2016 der Mercedes W 121 Ponton das Auto mit dem höchsten Wertzuwachs gegenüber dem Vorjahr. Das beobachteten die Experten von Classic Analytics. Diese Limousine aus den 50er-Jahren war zuvor in der Oldtimer-Szene kaum beachtet worden. Platz zwei errang im gleichen Jahr das Cabrio beziehungsweise der Roadster Toyota MR-2. Das zeigt, welches Wertpotenzial auch japanische Autos haben können.


Das richtige Auto finden mit Oldtimer-Kaufberatung

Den technischen Zustand eines Oldtimers zu beurteilen, ist nicht einfach. Auf einen Kauf nur nach Fotos aus dem Internet sollten Sie sich grundsätzlich nicht einlassen. Im Idealfall kann der Verkäufer ein aktuelles Wertgutachten für sein Fahrzeug vorlegen. Für eine erste Einschätzung des Zustands hilft es bereits, wenn Sie die den Verkäufer nach einer Oldtimer-Klassifizierung für sein Fahrzeug fragen. Doch wie realistisch diese Einschätzung ist, stellt sich erst bei der Besichtigung heraus. Hier ist die Beratung durch einen Fachmann sehr sinnvoll.

Interessenten können dafür die Dienste eines Gutachters oder einer Prüfstelle in Anspruch nehmen. In vielen Städten sind freie Gutachter tätig, die Erfahrung mit Oldtimern haben. Prüfstellen wie TÜV (technischer Überwachungsverein), Dekra (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein), KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachsungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V.) und die GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) helfen ebenfalls bei Beratung und Gutachten. Auch Markenclubs sind gute Anlaufstellen. Ein solcher Service kostet, aber die Ausgabe macht sich vielfach bezahlt. Denn sie kann einen Fehlkauf verhindern oder zu einem günstigeren Kaufpreis führen. 

Sind sich Verkäufer und Käufer handelseinig, schließen sie einen Oldtimer-Kaufvertrag ab. Das funktioniert ganz ähnlich wie beim Verkauf eines normalen Gebrauchtwagens. ADAC, TÜV und GTÜ stellen geeignete Musterverträge zur Verfügung.