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Wenn ich wissen will, was Biker bewegt.
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Reif für den Ernstfall?!

Oftmals sind es Schlüsselerlebnisse auf der Straße, die uns bewusst machen, wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein: Damit wir bei einem Motorradunfall richtig und lebensrettend eingreifen können. Leider liegt der Erste-Hilfe-Kurs meist langes zurück. Und bei Motorradunfällen gibt es die ein- oder andere Besonderheit zu berücksichtigen. Nicht zuletzt deshalb haben wir einen speziellen Kurs für Biker besucht – der mit Theorie und Praxis überzeugt.

Das Schlüsselerlebnis fand letztes Jahr im August in Kärnten statt. Gemütlich cruiste ich mit meinem Bike vom Weissensee in Richtung Nassfeldpass. Dabei wurde ich von einem Ducati-Monster-Fahrer flott, aber absolut nicht in Rasermanier, überholt. Rund zwei Kilometer weiter lag die rote Italienerin seitlich auf der Straße. Mitten auf dem Asphaltband lag ein angefahrener Hirsch. Das Profil des Motorradreifens war deutlich auf dem Tierkörper zu sehen.

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Die Notfall-Situation

Etwa 30 Meter weiter lag der Motorradfahrer unter einer Leitplanke. Schnell rannte ich in Richtung des bewegungslos daliegenden Bikers. Ein Autofahrer, der offenbar schon vor mir eingetroffen war, rief mir zu, dass ich mich um den Fahrer kümmern solle, er rufe einen Notarztwagen. Na danke - schön, dass er die Aufgabenaufteilung bereits beschlossen hatte. Darüber zu diskutieren hätte sicher auch zu viel Zeit gekostet, denn offensichtlich wurde sein Handyempfang besser, umso weiter er sich vom Unfallopfer entfernte. Ich versuchte den verletzten, zum Glück noch atmenden Biker, anzusprechen, sah die unnatürliche Haltung seines Körpers und wollte mich zunächst um seinen Helm kümmern. Wie war das nochmal, was ich dazu früher gelernt hatte? Jetzt bloß nichts falsch machen.

„Sind Sie Arzt?“ hörte ich dann jemanden hinter mir fragen. Auf mein Nein erwiderte er nur kurz, dass er Notfallsanitäter sei und die einzuleitenden Maßnahmen mit seiner Frau zusammen übernähme. Der zufällig vorbei gekommene Ersthelferprofi war letztendlich auch meine Rettung, zumal er mir bewusst machte, dass ich nicht noch einmal ziemlich überfordert in eine solche Situation geraten wollte. Wie ich einige Tage später erfuhr, hat der Motorradfahrer den Unfall überlebt – nicht zuletzt wegen der schnell eingeleiteten Versorgung.

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Der Kurs

Kurz darauf meldete ich mich bei Jochen Stather zum „Erste Hilfe Spezial für Motorradfahrer“ an, das sich ganz gezielt an motorisierte Zweiradfahrer richtet und deshalb hervorragend auf die Notfallsituationen von uns Kradlern eingeht. Mit seiner Firma „Joe Dakar GmbH“, gleichlautend wie sein Szenename, genießt der erfahrene BMW Instructor und Tourguide einen fast schon legendären Ruf.

120 € sind zwar nicht wenig Geld für einen Tageskurs, das würde ich bei diversen Hilfsorganisationen für deutlich weniger bekommen – nur eben wahrscheinlich nicht so speziell zugeschnitten.

Dort erwarten mich morgens um 9 Uhr Christopher, Hausarzt und aktiver Notarzt, einige andere Motorradfahrer und natürlich Joe. Er und Christopher haben dieses spezielle Erste Hilfe Training zusammen entwickelt – basierend auf ihren Erfahrungen unterwegs.


Die Theorie

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Nach Kaffee und Butterbrezel geht es auch schon los. Christopher erklärt mögliche gesundheitliche Komplikationen, die uns oder unsere Mitfahrer unterwegs treffen können. Kurz aber informativ erfahre ich viel über Dehydration, Diabetes, Hitzschlag, Asthma und einiges mehr – immer verständlich, mit Symptomen und Gegenmaßnahmen.

Dann werden wir an eine systematische Vorgehensweise im Falle eines Unfalls herangeführt: Eigensicherung, Sicherung, Notruf, Beurteilung der Verletzungen und der Schwere der Verletzungen. Das ist deutlich mehr, als ich damals in meinem Pflichtkurs zum Führerschein gehört habe.

Mit Wiederbelebung geht es weiter – wir üben an einer Puppe bis uns allen richtig warm ist. Helmabnahme, stabile Seitenlage, Umlagerung der Person – schon die Trockenübungen sind intensiv.


Das reale Leben

Mit den Motorrädern fahren wir zum Mittagessen in das schöne Oberland. Danach führt uns Joe über kleine Wege in die Umgebung. Plötzlich stehen wir vor einem Unfallszenario. Menschen irren umher, schreien, bluten… Mein Puls geht nach oben. Jetzt sollte das heute Morgen Besprochene und Geübte sitzen. Die Hektik überwiegt, wir sind alle etwas planlos, das beängstigende Stöhnen der Verletzten erzeugt Stress. Zwischen Theorie und Praxis liegt auf einmal das reale Leben.

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Christopher und Joe lösen die Situation auf – Zeit für Manöverkritik. Den ganzen Nachmittag fahren wir kleine Runden mit dem Motorrad und werden immer wieder vor neue Szenarien gestellt. Die sind sehr realistisch inszeniert, und die eingesetzten Statisten verstärken mit ihrem Opfer-Verhalten die möglichen Situationen. Zunehmend werden wir Teilnehmer sicherer und ganz zum Schluss meistern wir sogar gemeinsam ein komplexes Szenario. Es fühlt sich gut an – zu wissen, dass man im Ernstfall wirklich etwas tun kann!

Zum Abschluss erhalten wir eine Teilnahmebescheinigung, eine Beatmungsmaske und das unbezahlbare Gefühl, etwas richtig Sinnvolles gelernt zu haben, auch wenn man hofft es niemals zu brauchen.


Kontakt

Für Presseanfragen kontaktieren Sie bitte:

Joe Dakar GmbH Joe Stather+49-151-4662-1387info@joedakar.com
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