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Wenn Sie den Motorradführerschein in der Tasche haben.

Motorrad-Anfänger: Tipps für Führerscheinneulinge und Wiedereinsteiger

Sie haben die Motorradfahrprüfung bestanden? Gratulation! Bevor Sie Ihre erste Tour unternehmen, stehen nun ein paar wichtige Entscheidungen an: Welches Motorrad soll angeschafft werden? Worauf kommt es bei der Ausrüstung an? Welche Fahrtechniken helfen, sicher auf zwei Rädern unterwegs zu sein? Nicht nur für Motorrad-Anfänger sind die Tipps von HDI zum Thema Motorradkauf, Schutzbekleidung, Fahrpraxis und Motorradversicherung eine gute Basis für den sicheren Start in ihre erste Motorradsaison. Auch wenn Sie nach längerer Motorrad-Abstinenz endlich wieder die Freiheit auf zwei Rädern genießen wollen, finden Sie hier hilfreiche Infos für einen sicheren Wiedereinstieg.


Motorräder für Anfänger: Welche Maschine passt zu mir?

Als Erstes muss natürlich ein eigenes Fahrzeug her. Die schlechte Nachricht vorweg: Das perfekte Einsteigermotorrad gibt es nicht. Denn jeder Mensch hat andere Anforderungen an sein Bike und bringt individuelle körperliche Voraussetzungen mit. Aber es gibt Merkmale, die ein Motorrad anfängertauglich machen. Im Wesentlichen muss es zur Statur und Kraft des Fahrers passen und einfach zu bedienen sein.

Ob Ihnen ein Naked Bike, ein Allrounder, eine Touren-Maschine oder eine Enduro vorschwebt: An folgenden Merkmalen können Sie sich beim Kauf Ihres ersten Motorrads orientieren.

Checkliste:
Kauftipps für Motorradeinsteiger
Sitzhöhe - Die Sitzhöhe ist optimal, wenn bei durchgedrückten Beinen beide Fußsohlen den Boden berühren.
Sitzposition -  Eine aufrechte Sitzposition sorgt für gute Übersicht und entspannte Körperhaltung.
Motorrad Schwerpunkt -  Bikes mit niedrigem Schwerpunkt verzeihen Fahrfehler. Selbst in riskanten Situationen behalten Sie die Kontrolle.
Gewicht - Motorräder mit niedrigem Gewicht lassen sich souverän handhaben.
ABS -  Bei neu zugelassenen Motorrädern über 125 ccm ist ein Antiblockiersystem (ABS) seit 2017 Pflicht.
Lenker - Ein handlicher Lenker unterstützt schnelle Ausweichmanöver und eine sichere Kurvenlage.
Gute Fahrzeugkontrolle - Gleichmäßige Leistungsentfaltung und sanfte Lastwechsel sorgen für gute Fahrzeugkontrolle.

Als Fahranfänger kann man die eigenen Fähigkeiten noch nicht genau einschätzen. Da ist es nicht verkehrt, wenn das Motorrad dem Fahrer einen Teil der Entscheidung abnimmt. Weniger PS müssen sich nicht negativ auf das Fahrtempo auswirken, sorgen aber dafür, dass man nicht zu aggressiv fährt. Keine Angst: Auf einer leichten Maschine mit 50 PS kommen Sie bereits zügig durch den Straßenverkehr.

Auch der Hubraum ist für den Fahrspaß wichtig: Für Fahranfänger eignen sich 250er- bis 600er-Modelle. Sie fahren schnell, verleiten aber nicht zum Rasen.


Günstige Motorräder für Anfänger: Gebrauchte Bikes

Beim Gebrauchtkauf empfiehlt es sich, eine fachkundige Person mitzunehmen. Gebrauchte Motorräder weisen mitunter Defekte auf, die ein Laie auf den ersten Blick nicht erkennt. Besonders beliebte Motorräder sind oft günstiger zu bekommen als ausgefallenere Modelle. Auch die Ersatzteil- und Zubehörversorgung ist für populäre Maschinen besser als für weniger verbreitete Motorräder.

Machen Sie unbedingt eine Probefahrt. Sie vermittelt Ihnen einen Eindruck vom Fahrverhalten der Maschine. Sie dient auch dazu, eventuelle Fehler zu finden, die erst während der Fahrt auftreten.


Die optimale Ausrüstung für Fahranfänger

Hochwertige Schutzbekleidung kann Leben retten. Bei der Wahl Ihrer Montur sollte Funktionalität an oberster Stelle stehen. Erst dann kommt die Optik.

Motorradbekleidung muss sitzen. Sie darf weder zu eng sein noch flattern. Probieren Sie mehrere Monturen an – auch auf dem Motorrad. Gerade für Motorrad-Anfänger ein guter Tipp: Kaufen Sie Ihre Schutzkleidung in einem Fachgeschäft, das ein Motorrad zum Probesitzen in seinen Verkaufsräumen bereithält. Kontrollieren Sie dabei: Drücken Falten in den Kniekehlen oder im Beckenbereich? Sind die Protektoren dort, wo sie hingehören? Tragen sie das CE-Zeichen? Sitzt die Textilkleidung noch, wenn das Innenfutter entfernt wird? Passt wärmende Funktionskleidung unter das Leder-Outfit?

Den Helm testen Sie am besten auf einer Probefahrt. Nur so können Sie beurteilen, ob er richtig sitzt und wie er sich im Fahrtwind verhält. In guten Fachgeschäften gehört eine solche Testfahrt mit dem noch nicht gekauften Helm in der Regel zum Service.

Leder oder Textil für die Motorradkombi – das ist unter Bikern schon fast eine Glaubensfrage. Davon sollten Sie sich nicht irritieren lassen. Welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Materialen haben, was bei Protektoren relevant ist und ausführliche Infos zum Thema Motorradbekleidung: In unserem Ratgeber zum Thema Motorrad-Schutzkleidung finden Motorrad-Anfänger neutrale und objektive Tipps.


Motorradversicherung: Flexibel mit Leistungsbausteinen

Sie haben Ihr ideales Anfänger-Motorrad gefunden? Perfekt – dann muss nur noch die passende Versicherung her. Das Risiko, mit dem Motorrad einen Unfall zu verursachen, ist in den ersten Jahren größer als in den Folgejahren. Für die Motorradversicherung gilt daher wie bei der Autoversicherung: Fahranfänger zahlen höhere Beiträge als erfahrene Verkehrsteilnehmer. Bereits nach einem schadenfreien Jahr sinkt der Beitrag aber erheblich.

Die HDI Motorradversicherung schützt den Motorradfahrer gegen alle wesentlichen Risiken. Sie versichern gezielt das, was Ihnen wichtig ist. Mit dem flexiblen Baukastensystem stellen Sie sich einen maßgeschneiderten Versicherungsschutz zusammen, den Sie genau an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können. So kann zum Beispiel ein Vollkasko-Schutz gerade für Motorrad-Anfänger eine gute Wahl sein: So müssen Sie sich bei selbstverursachten Schäden an der eigenen Maschine keine Sorgen um die Kosten machen.


Elementar für Motorradeinsteiger: Fahrpraxis sammeln und weiterlernen

Der Führerschein in der Tasche bedeutet nicht, dass Sie mit der Ausbildung fertig sind. Selbst die beste Fahrschule kann Ihnen nicht alle Fähigkeiten vermitteln, die einen guten Motorradfahrer ausmachen. Die können Sie nur selbst durch viel Fahrpraxis erwerben. Deshalb ist regelmäßiges Motorradfahren für Anfänger elementar.

 Klar macht es Spaß, die Kraft des Motors auszutesten. Ständiges Gasgeben zieht jedoch oft harte Bremsmanöver nach sich. Der abrupte Tempowechsel überfordert gerade Anfänger. Versuchen Sie, in gleichbleibendem Tempo zu fahren und dabei weit voraus zu schauen und auch zu denken.

Fahrtechnik: Tipps für Einsteiger
Was macht einen guten Motorradfahrer aus?
Defenisiv fahren -  Fahren Sie defensiv und bremsbereit. Wegen ihrer schmalen Silhouette werden Motorradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht oder zu spät wahrgenommen.
Überholen - Verzichten Sie auf riskante Überholmanöver.
Kurven - Reduzieren Sie die Geschwindigkeit vor der Kurve. Dann sind die Fliehkräfte, denen Sie durch Schräglage entgegenwirken müssen, niedriger.
Bremsverhalten - Synchronisieren Sie Vorder- und Hinterradbremsen. Anfänger neigen dazu, hinten zu stark und vorne zu schwach zu bremsen.
Touren - Am Anfang nicht übertreiben: Unternehmen Sie zunächst Touren von zwei bis drei Stunden Dauer und legen Sie Pausen ein. Steigern Sie sich allmählich.

Sicherheits-Trainings und Üben auf dem Parkplatz

Fahranfänger sollten nach einigen Monaten vorsichtiger erster Fahrpraxis ein Sicherheitstraining absolvieren. Unter Anleitung von Experten lässt sich hier unter anderem sicheres Bremsen und die Schräglage in Kurven üben. Übrigens: Moderne Fahrwerke und Reifen schaffen Schräglagen von mehr als 30 Grad.

Ein besseres Gefühl für Ihr Motorrad bekommen Sie auch, wenn Sie abseits des Straßenverkehrs immer wieder üben, zum Beispiel außerhalb der Öffnungszeiten auf großen Parkplätzen. Machen Sie dort Bremsübungen und fahren Sie Kreise, Achten und Slaloms, wie Sie es aus der Fahrschule kennen.

Stellen Sie immer wieder Ihr eigenes Können infrage: Wurde es beim Überholen eng, vielleicht sogar gefährlich? Haben Sie die Kurve zu rasant genommen, das Blinken vergessen oder ein Verkehrsschild übersehen? Beobachten und überdenken Sie regelmäßig Ihr Fahrverhalten.


Fahren in der Gruppe: Nicht hetzen lassen

Auf Gruppentouren können Motorradanfänger viel lernen. Oft setzt sich ein Neuling aber selbst unter Druck und fährt schneller, als seine Fähigkeiten es erlauben. Deshalb sollten Sie vor der Tour klarstellen, dass Sie als Einsteiger nicht mit Höchstgeschwindigkeit über den Asphalt brettern werden. Erfahrene Motorradfahrer passen sich der Geschwindigkeit des langsamsten Fahrers an. Wenn Ihre Mitfahrer zwischendurch schneller unterwegs sein wollen, sollten Sie eine Regelung finden, wie und wo Sie als Einsteiger wieder aufschließen können. Lassen Sie sich nicht hetzen!


Keine Panik bei Nässe: Fahren im Regen

Regen ist kein Drama – solange der Fahrstil angemessen ist. Bei Wasser auf der Fahrbahnoberfläche verringert sich die Reifenhaftung. Fahren Sie bei Regen also etwas langsamer und halten Sie mehr Sicherheitsabstand. Drehen Sie nicht abrupt am Gasgriff und vermeiden Sie hektische Lenkbewegungen. Beim Bremsen müssen Sie mit längeren Bremswegen rechnen. In Kurven ist weniger Schräglage möglich.

Um den Wasserfilm von den Bremsscheiben zu entfernen, sollten Sie beide Bremsen während der Fahrt immer mal wieder sachte betätigen. Vorsicht bei Gullideckeln, Fahrbahnmarkierungen, Bitumenflicken und Laub: Bei Regen können sie extrem glatt sein. Umfahren Sie sie deshalb nach Möglichkeit.