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Wenn glatte Straßen Autofahrern das Leben schwer machen.

Kälte, Dunkelheit und schlechtes Wetter machen das Autofahren im Winter oft zur Herausforderung: Die Straßen sind glatt und unübersichtlich, die Autobatterie streikt und mancherorts sind sogar Schneeketten nötig. Auch die Fahrweise sollten Sie an die Witterung anpassen. Wir erklären Ihnen, was Sie bei Winterreifen beachten müssen und wie es mit dem Versicherungsschutz bei Glatteisunfällen aussieht.


Autofahren im Winter: Sicher und vorausschauend

Wer im Winter viel mit dem Auto unterwegs ist, sollte vor allem genug Zeit einplanen. Plötzlicher Schneefall sorgt oft für Verkehrschaos oder sogar Unfälle. Wenn Fahrer dann in Eile sind, wird der Straßenverkehr noch gefährlicher. Überhöhte Geschwindigkeit kann auf eisglatten Straßen besonders schwere Folgen haben. Passen Sie also Ihr Tempo der Witterung an und achten Sie auf vorsichtige Lenkbewegungen. Ein großzügiger Sicherheitsabstand verringert das Risiko eines Auffahrunfalls. Bei schlechter Witterung sollten Sie den üblichen Abstand verdreifachen: Außerorts ist bei Tempo 100 normalerweise ein Abstand von 50 Metern sinnvoll. Bei Schnee sollten Sie ihn auf 150 Meter erhöhen. Um ein Gefühl für die Straßenverhältnisse zu bekommen, sollten Sie Bremsproben machen. Das gilt aber natürlich nur auf freier Strecke, wo keine anderen Fahrer gefährdet werden.


Licht und freie Scheiben: Sehen und gesehen werden

Außerdem ist die eigene Sichtbarkeit ein wichtiger Sicherheitsfaktor beim Autofahren im Winter: Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig, ob Ihre Beleuchtung richtig funktioniert. Wenn Ihnen dabei gerade keine zweite Person assistieren kann, lassen sich die Lampen auch mithilfe der Reflexionen an der Garagenwand überprüfen. Und auch wenn Eiskratzen morgens Zeit und Nerven kostet: Nehmen Sie es nicht auf die leichte Schulter. Wer auf seiner Windschutzscheibe nur ein Guckloch von Eis befreit, sieht viel zu wenig. Es kann zudem ein Bußgeld von zehn Euro fällig werden, wenn Sie mit derart eingeschränkter Sicht unterwegs sind. Sämtliche Lichter, die Motorhaube und das Autodach sollten Sie ebenfalls von Schnee befreien. Übrigens: Beim Eiskratzen den Motor warmlaufen zu lassen, ist keine gute Idee. Es sorgt unnötig für Lärm und Abgase. Deshalb ist auch dafür ein Bußgeld von zehn Euro zu zahlen.


Gilt eine Winterreifenpflicht in Deutschland?

Anders als in anderen Ländern, zum Beispiel in Tschechien und Finnland, gibt es in Deutschland keine generelle Winterreifenpflicht während bestimmter Monate. Stattdessen schreibt der Gesetzgeber in § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrsordnung vor, dass Kraftfahrzeuge „bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ nur mit sogenannten M+S-Reifen gefahren werden dürfen. Es gilt also eine situative Winterreifenpflicht. Bei milden Temperaturen dürfen Sie zum Beispiel auch im Januar mit Sommerreifen unterwegs sein. Dagegen erfordert ein Wintereinbruch im April Winterreifen am Auto. Wer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen fährt, muss mit einem Bußgeld rechnen: Es fallen 60 Euro und ein Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg an. Werden durch die falschen Reifen andere Verkehrsteilnehmer behindert, steigt das Bußgeld auf 80 Euro. Das Auto mit Sommerreifen am Straßenrand zu abzustellen, ist allerdings auch bei Schnee kein Problem, solange es nicht bewegt wird.


Was ist bei Schneeketten zu beachten?

Es gilt in Deutschland keine allgemeine Schneekettenpflicht. Es gibt allerdings Strecken, die Sie bei winterlicher Witterung nur mit Schneeketten befahren dürfen. Diese Bereiche erkennen Sie an einem runden blauen Verkehrsschild, auf dem ein Reifen mit Schneeketten abgebildet ist.  Alle Autos – auch solche mit Allradantrieb – müssen hier mit Schneeketten fahren. Außerdem gilt dann eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Gut zu wissen: Zum Beispiel in Österreich herrscht eine generelle Schneekettenpflicht. Diese müssen beim Autofahren im Winter zwar nicht zwingend aufgezogen werden. Doch vom 1. November bis zum 15. April müssen Sie dort immer Schneeketten für mindestens zwei Antriebsräder mitführen und bei Bedarf verwenden. Wenn Sie im Winter mit dem Auto ins Ausland fahren, sollten Sie sich also immer über die dortigen Regelungen informieren.


Glatteisunfall: Wer haftet?

Auch bei vorsichtiger Fahrweise und entsprechender Bereifung kann ein Glatteisunfall beim Autofahren im Winter leicht passieren. Ihre Autoversicherung kommt in solchen Fällen für den Schaden auf. Grundsätzlich zahlt die Haftpflichtversicherung für Schäden, die Sie bei anderen verursachen. Wenn Sie eine Kaskoversicherung abgeschlossen haben, werden auch Kosten für Schäden an Ihrem Fahrzeug übernommen. Wichtig ist bei Versicherungsfragen allerdings, ob Sie selbst durch grobe Fahrlässigkeit den Unfall verursacht haben. Sind Sie bei Schnee und Eis mit Sommerreifen unterwegs, tragen Sie bei einem Glatteisunfall eine Mitschuld. Auch Leistungskürzungen bei der Kaskoversicherung sind dann rechtens.


Autobatterie im Winter oft die Schwachstelle

Viele Pannen in der kalten Jahreszeit sind auf Probleme mit der Batterie zurückzuführen. Kälte und Feuchtigkeit setzen der Batterie zu und schwächen sie. Sie braucht für den Start mehr Leistung, weil das Motoröl zähflüssiger ist. Außerdem steigt der Energieverbrauch durch Scheibenwischer, Heizung und Beleuchtung beim Autofahren im Winter an. Vermeiden Sie deshalb nach Möglichkeit Kurzstreckenfahrten, um die Batterie zu schonen. Andernfalls kann sie sich kaum wieder aufladen. Auch eine regelmäßige Reinigung der Batterie kann helfen, die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Wenn Sie ein Schwächeln beim Starten bemerken, sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen. Möglicherweise lässt sich die Batterie einfach aufladen, vielleicht muss sie aber auch ausgetauscht werden. Auf Starthilfe von anderen Autofahrern sollten Sie nur zurückgreifen, wenn Sie sich damit auskennen. Denn Fehler bei der Polung können beide Fahrzeuge beschädigen.


Auto winterfest machen: Die Checkliste

Am besten bereiten Sie Ihr Fahrzeug schon im Herbst auf die kalte Jahreszeit vor, damit das Autofahren im Winter nicht für Probleme sorgt. Viele Werkstätten bieten dafür spezielle Checks an.

Wenn Sie Ihr Auto selbst winterfest machen wollen, achten Sie auf Folgendes:

  • Rechtzeitig Winterreifen montieren
  • Batterie checken lassen
  • Scheibenwischerblätter prüfen und gegebenenfalls austauschen
  • Frostschutz für Kühleranlage und Scheibenwaschanlage prüfen und eventuell auffüllen
  • Alle Leuchtmittel auf Funktion überprüfen
  • Eiskratzer und gegebenenfalls Scheibenenteiser im Auto deponieren
  • Für den Fall einer Panne Decken im Auto deponieren

Auto waschen im Winter: Was ist zu beachten?

Bei der Frage, wie oft Fahrzeugbesitzer im Winter ihr Auto waschen sollten, scheiden sich die Geister: Manche empfehlen besonders regelmäßige Besuche in der Waschstraße. Andere erklären, dadurch werde der Lack zu sehr beansprucht. Bereits beschädigte Lackoberflächen können durch den salzhaltigen Schmutz im Winter weiter angegriffen werden. Hier sind regelmäßige Wäschen also empfehlenswert. Ansonsten gilt: Das Fahrzeug muss nicht öfter gewaschen werden als im Sommer. Vorsicht ist bei extrem niedrigen Temperaturen ab -10 Grad Celsius geboten: Durch das deutlich wärmere Wasser kommt es quasi zu einem Temperaturschock. Der ist für Gummi, Kunststoff und Lack schädlich.