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Auch wenn es hierzulande eine stabile Stromversorgung gibt und Gewitter nicht auf der Tagesordnung stehen: Überspannungsschäden kommen in Deutschland häufiger vor als vielfach angenommen. Rund 410.000 Blitz- und Überspannungsschäden wurden den Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen gemeldet. Insgesamt 340 Millionen Euro zahlten Versicherungen für Schäden durch Blitzschlag und anderen Ursachen für Überspannung.


Wie entstehen Überspannungsschäden?

230 Volt – das ist die vorgesehene Spannung für das Stromnetz in deutschen Haushalten. Alle elektrischen Geräte sind darauf ausgerichtet. Wird dieser Wert überschritten, drohen Überspannungsschäden mit teils fatalen Folgen. Dagegen hilft nur ein guter Überspannungsschutz. Der typische Auslöser für Überspannungsschäden ist ein Blitzeinschlag in das Energieversorgungsnetz oder in dessen Nähe. Dann steigt die Spannung in den Strom führenden Leitungen urplötzlich an – eben blitzartig – und gelangt über sie in die Haushalte. Schlägt ein Blitz direkt in ein Gebäude ein, entsteht dort ein starkes elektromagnetisches Feld. In beiden Fällen können große Überspanungsschäden die Folge sein. Gefährdet davon sind neben den be- und getroffenen Häusern selbst vor allem darin vorhandene elektrische Geräte und deren Bauteile, die zum Zeitpunkt der Überspannung mit dem Stromnetz verbunden waren. Zum Beispiel:

  • Unterhaltungselektronik (zum Beispiel Radios, Fernseher, Audio- und Home-Cinema-Anlagen und Fernseher)
  • Computertechnik (inklusive Drucker, Datenspeicher und Router)
  • Telekommunikationsgeräte (Telefone und Anrufbeantworter)
  • Haushaltsgroßgeräte (Waschmaschinen, Geschirrspüler, Elektroherde, Kühlschränke)
  • sonstige elektrische Geräte (Staubsauger, Aquarientechnik, Alarmanlagen, Heizungsteuerung, Smart-Home-Anlagen und so weiter)

Der gesamte elektrische und elektronische Hausrat ist bedroht von Defekten, Explosionen und sogar Feuer. Das kann Folgen für die weitere Einrichtung eines Hauses beziehungsweise einer Wohnung haben. Im schlimmsten Fall kann ein Gebäude infolge eines Überspannungsschadens niederbrennen.


Äußerer und innerer Schutz vor Blitzeinschlag für Gebäude

Die moderne Abwehr von Überspannungen setzt auf eine Doppelstrategie aus äußerem und innerem Blitzschutz. Die dafür erforderlichen baulichen Maßnahmen sind für öffentliche Gebäude ab einer Höhe von 20 Metern vorgeschrieben, für normale Wohngebäude grundsätzlich nicht. Das heißt, deren Eigentümer können selbst entscheiden, ob sie die folgenden Vorkehrungen treffen.

  • Der äußere Blitzschutz führt über metallene Leitungen auf dem Dach einen direkten Blitzeinschlag in den Erdboden ab. So schützt der klassische Blitzableiter Gebäude und deren Bewohner gegen Brände und Stromschläge.
  • Der innere Blitzschutz besteht aus einer Haupterdungsschiene. Sie ist mit metallenen Installationen verbunden, die von außen in ein Gebäude führen. Das sind beispielsweise Leitungen für Gas, Wasser, Heizung und Telekommunikation, der sogenannte Fundamenterder beziehungsweise der Blitzschutzerder sowie der grün-gelbe Leiter der Stromversorgung. Die Haupterdungsschiene stellt bei einem Einschlag einen sogenannten Blitzschutzpotentialausgleich her. Wie der äußere Blitzschutz richtet sich der innere Blitzschutz vor allem gegen hohen Strom.

Überspannungsschutz innerhalb der Wohnung

Anders als der Blitzschutz für Gebäude wehrt der Überspannungsschutz – auch Feinschutz genannt – eine zu hohe Spannung im Inneren des Hauses beziehungsweise der Wohnung ab. Er ist seit 2016 für Neubauten vorgeschrieben und setzt bereits an der Hauptverteilung, sprich dem Zählerschrank, an. Dort installiert ein Fachmann einen Blitzstrom-Ableiter (Überspannungsschutzeinrichtung Typ 1). An selber Stelle kommt zusätzlich ein Überspannungsableiter (Überspannungsschutzeinrichtung Typ 2) zum Einsatz. Es gibt übrigens Geräte, die beide Varianten in einem Gehäuse kombinieren.

Das schwächste Glied in der dreiteiligen Kette ist eine Überspannungsschutzeinrichtung vom Typ 3. Sie arbeitet nicht an zentraler Stelle. Stattdessen sichert sie einzelne Geräte und Leitungen ab. Schutzeinrichtungen dieser Kategorie gibt es in verschiedenen Formen. Besonders praktisch sind Ausführungen für Steckdosen. Sie erinnern optisch an Zeitschaltuhren und sitzen direkt zwischen der Stromzufuhr und dem zu schützenden Gerät. Überspannungsschutzeinrichtungen vom Typ 3 gibt es auch in Form von speziellen Steckdosenleisten und für Telefonleitungen. Zu empfehlen sind Modelle, die nach den VDE-Richtlinien hergestellt werden. Achtung: Der Überspannungsschutz vom Typ 3 allein reicht oft nicht aus, um Spannungsspitzen sicher abzufangen. Optimal ist eine Kombination aus allen drei genannten Maßnahmen. Manche Geräte sind zudem bereits ab Werk mit einem Überspannungsschutz ausgestattet.

Auf die beschriebenen Maßnahmen zum Überspannungsschutz komplett zu verzichten, weil man bei Gewitter auch sämtliche Geräte vom Strom nehmen kann, ist in der Praxis kaum umzusetzen. Schließlich möchte wohl kaum jemand seinen Gefrierschrank abtauen, nur weil es draußen blitzt und donnert. Andere Geräte verlieren zudem ihre Einstellungen, wenn sie vom Netz genommen werden. Außerdem kann ein Gewitter auch hereinbrechen, während Sie schlafen oder nicht zu Hause sind. Und vor Überspannungsschäden, die nicht mit einem Blitzschlag einhergehen, können Sie sich auf diese Art nicht schützen. Stromversorger kündigen Spannungsspitzen und Schwankungen im Stromnetz schließlich nicht im Vorfeld an.


Überspannungsschäden – was tun?

Hat ein Blitz in ein Haus oder in dessen Nähe eingeschlagen, sollten die Bewohner prüfen, ob und wenn ja, welche Überspannungsschäden dadurch aufgetreten sind. Neben defekten Geräten kann es auch zu Bränden kommen! Die Bestandsaufnahme sollte am besten mit Fotos und Zeugenaussagen dokumentiert und zügig der Hausratversicherung gemeldet werden. Beschädigte Gegenstände bewahren Sie so lange auf, bis die Schadenregulierung abgeschlossen ist. Das gilt auch für Überspannungsschäden aus anderen Ursachen!

Das ist wichtig, weil Sie Überspannungsschäden der Versicherung gegenüber belegen müssen. Ist deren Ausmaß besonders groß, wird die Versicherung unter Umstände einen Gutachter schicken, der die Sachlage einschätzt. Dabei geht es darum auszuschließen, dass Geräte durch falsche Bedienung oder durch altersgemäße Verschleißerscheinungen beschädigt wurden. Liegt ein versicherter Überspannungsschaden vor, kommen Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung selbstverständlich für die Schäden auf.

Gibt es Zweifel an der Ursache, kann der Versicherer beispielsweise den Wetterdienst konsultieren, um so Zeit und Ort von Einschlägen nachzuvollziehen. Deren zerstörerische Wirkung nimmt mit der Entfernung ab. Ist ein Blitz mehr als einen Kilometer von einem Gebäude entfern in die Erde gefahren, so sind kaum Schäden an durch Überspannung zu erwarten.

Übrigens: Mit HDI ist Ihr Hausrat rundum abgesichert, wenn ein Blitz einschlägt. Bei vielen Versicherungen sind Überspannungsschäden nur abgedeckt, wenn infolge eines Blitzschlags ein Brand entstanden ist. HDI hingegen übernimmt grundsätzlich sämtliche Überspannungsschäden, die durch einen Blitz verursacht wurden.