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Alkohol und Karneval gehören für viele Närrinnen und Narren einfach zusammen. Doch mit der beschwingten Stimmung steigt während der tollen Tage auch das Risiko für einen Unfall.

"Karneval funktioniert nur mit Alkohol". Dieser Aussage stimmten in einer Umfrage von Statista im Februar 2015 immerhin 46 Prozent der Bundesbürger zu. 37 Prozent lehnten sie ab und 17 Prozent waren unentschieden. Demnach erlebt also fast die Hälfte der Bundesbürger die drei (bis sechs) tollen Tage zumindest leicht beschwipst. Darunter sind aber auch Jecken, die stärker zulangen. Und zwar öfter als ihnen guttut.

Exemplarisch dafür ist eine weitere Statistik des Statischen Bundesamts (Destatis) zum Fastnachtsjahr 2012. Sie belegt, dass es zwischen Weiberfastnacht und Fastnachtsdienstag häufiger zu einem Malheur unter Alkoholeinfluss kommt. So weist die Erhebung für die Karnevalszeit 805 Unfälle aus. Heruntergerechnet auf die sechs Tage entspricht das jeweils 134 Unfällen. Das ist ein Viertel mehr als durchschnittlich im Rest des Jahres an einem Tag passieren. Nur an Neujahr (336 Unfälle) und am Vatertag (293 Unfälle) liegt die Quote noch höher. 

Die Kausalitätskette "Alkohol – Karneval – Unfall" verwundert kaum, denn mit ansteigendem Alkoholpegel im Blut sinkt die Hemm- und Aufmerksamkeitsschwelle. Wenn das bei Hundertausenden gleichzeitig passiert, ist besondere Vorsicht geboten. Doch wie obige Statistik zeigt, hilft das nicht immer.


Unfallgefahr im Hagel der Kamelle

Während der tollen Tage kann viel passieren. Mehr oder weniger angeheiterte Jecken, die zum Beispiel beim Karnevalsumzug im Bonbonhagel stehen, sind besonderer Gefahr ausgesetzt. Neben "Kamelle" fliegen dort nämlich auch größere süße Sachen durch die Gegend. Wer alkoholisiert ist, deshalb nicht reaktionsschnell ausweicht und etwa einen Schokoriegel unglücklich abbekommt, kann dadurch verletzt werden. Dann stellt sich die Frage: Wer haftet? Der Veranstalter des närrischen Trecks jedenfalls nicht. Nach einem Urteil des Kölner Landgerichts (AZ 123 C 254/10) muss er grundsätzlich kein Schmerzensgeld zahlen. Begründung: Während Karnevalsumzügen ist mit "Wurfgeschossen" zu rechnen. Die Teilnahme daran erfolgt somit auf eigenes Risiko. 

Keine Zahlen gibt es zu Karambolagen zwischenmenschlicher Art. Dazu zählen beispielsweise Stürze durch Rempler von anderen Jecken. Aber auch selbstverschuldete Zusammenstöße oder eigenes Stolpern sind möglich. Mit zuweilen unangenehmen Folgen. Von blauen Flecken über Prellungen bis hin zu Brüchen kann die Liste mit Verletzungen reichen. Übrigens auch in Fällen von absichtlich ausgeübter Gewalt. 

Wer einen angriffslustigen Narren vor sich hat, der sollte sich mit ihm nicht auf eine Diskussion einlassen. Denn die setzt der enthemmte Saufbruder womöglich erst recht mit schlagenden Argumenten fort. Besser ist es, solchen Leuten möglichst weiträumig aus dem Weg zu gehen.


Risikofaktor Auto

Das Risiko nimmt insbesondere im Auto rasant zu. Allein in Nordrhein-Westfalen erwischte die Polizei in der Karnevalszeit 2015 immerhin 304 Fahrer unter dem Verdacht der Trunkenheit und kassierte 175 Führerscheine ein. Außerdem passierte ein tödlicher Unfall mit Alkohol. 

Gerade um das eigene Auto sollten alkoholisierte Jecken einen großen Bogen machen. Wer einen Unfall unter Alkohol baut, bekommt ein großes Problem. Karneval hin oder her. Merke: Im Fasching kann alles passieren. Aber nicht alles ist erlaubt. Ein Zusammenstoß mit einem anderen Auto oder einem Passanten kostet Nerven und im Schuldfall noch mehr: Bußgeld, Führerscheinentzug, Schadensersatz – das sind nur einige Dinge, die im Ernstfall für Katerstimmung sorgen. 

Damit Unfall, Alkohol und Karneval keine unheilige Allianz eingehen und die Situation wenigstens einigermaßen unter Kontrolle bleibt, sind ein paar Vorsichtsmaßnahmen hilfreich.

  • Langsam trinken. Wer Bier oder Schnaps zu schnell herunterkippt, wird von ihrer Wirkung überrumpelt
  • Keine harten Sachen. Noch besser ist es, Hochprozentiges, wie eben Schnaps und Co., vollständig zu meiden
  • Mal aussetzen. Nicht jede Runde oder jedes Trinkspiel muss mitgemacht werden. Zwischenzeitliche Enthaltsamkeit setzt dem Pegel Grenzen
  • Nicht aus Durst trinken. Wer eine trockene Kehle hat, der sollte zu Wasser oder anderen nicht-alkoholischen Getränken greifen
  • Das Auto nach Alkoholkonsum stehen lassen

Trotz dieser Tipps ist klar: Der Verzicht ist das beste Mittel, um einen Unfall mit Alkohol im Karneval zu vermeiden.