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Naturheilverfahren, Homöopathie und Akupunktur: Die Deutschen sind in der Europäischen Union Spitzenreiter bei der Nutzung medizinischer Verfahren, die nicht zur klassischen Schulmedizin gehören. Dem Trend folgend erweitern niedergelassene Ärzte wie auch Angehörige der Gesundheitsfachberufe, wie klassischerweise der Heilpraktiker, ihre Angebotspalette von A wie Aderlass bis V wie Vegatest.


Begrifflichkeiten: andere Medizinsysteme, Alternativmedizin, Komplementärmedizin, Naturheilkunde

Verfahren, die sich auf einer Gedankenwelt begründen, die sich von den Auffassungen der universitären Medizin/Schulmedizin unterscheidet, werden als „Andere Medizinsysteme" bezeichnet. Zu ihnen gehören unter anderem alle ethnisch begründeten Systeme wie z. B. der Ayurveda, die traditionelle chinesische Medizin sowie die in Europa entwickelten Medizinsysteme Homöopathie und anthroposophische Medizin als auch die Naturheilkunde, da sie sich auf überlieferten medizinischen Traditionen Europas begründet.

Der Begriff „Alternativmedizin“ führt ein wenig in die Irre. Denn nur die wenigsten Patienten nehmen die alternativen Verfahren anstelle der klassischen Schulmedizin in Anspruch.

Für Naturheilverfahren, Homöopathie und Akupunktur als Ergänzung zur Schulmedizin trifft am besten die Begrifflichkeit Komplementärmedizin zu. Viele Patienten nutzen häufig beide Formen der Medizin, so nimmt z. B. ein Patient Schmerzmittel und lässt sich darüber hinaus noch akupunktieren. „Komplementär“ heißt „zusätzlich“, somit trifft der Begriff Komplementärmedizin die Realität deutlich besser.

Die Naturheilkunde umfasst sowohl Methoden zur Untersuchung von Erkrankungen (ganzheitliche Diagnostik) als auch zu deren Behandlung. Naturheilverfahren sind medizinische Heilmethoden, welche die selbstheilenden Kräfte des Körpers ansprechen und/oder zumindest in Teilen naturbelassen oder natürlichen Ursprungs sind. Sie sollen Krankheiten vorbeugen, heilen oder lindern. Die ganzheitliche Diagnostik betrachtet den Organismus einschließlich der Psyche des Patienten im Ganzen und gewinnt Informationen über den Zustand seiner selbstregulativen bzw. selbstheilenden Kräfte.


Was HDI versichert

Den Versicherungsschutz für einige Verfahren der Komplementärmedizin haben wir ausdrücklich in den Bedingungen geregelt.

Gem. Ziffer A I 13 unserer Besonderen Bedingungen und Risikobeschreibungen für die Berufshaftpflichtversicherung von Ärzten, Zahnärzten und Ärzten in der Ausbildung (BBR/H 5002:08) gilt prämienfrei mitversichert:

  • die Vornahme von Akupunkturbehandlungen – jedoch nicht zu Narkosezwecken
  • die Vornahme von Hypnosebehandlungen
  • die Anwendung von Behandlungstechniken und -formen der traditionellen chinesischen Medizin/TCM
  • die Anwendung von Naturheilverfahren – solange es sich um medizinisch anerkannte Heilmethoden handelt
  • die Vornahme von Neuraltherapie
  • die Vornahme von Bioresonanztherapie

Zu den Naturheilverfahren (siehe Ziffer 13.5) zählen wir unter anderem:

  • die klassischen Naturheilverfahren wie z. B. Hydrotherapie, Thermotherapie, Phytotherapie, Bewegungstherapie, Ernährungstherapie, Ordnungstherapie etc.
  • die traditionellen Naturheilverfahren, wie z. B. traditionelle chinesische Medizin, Ayurveda, ausleitende Verfahren wie die Blutegeltherapie etc.
  • die Regulationsmedizin, wie z. B. Regulationsthermografie, Elektroakupunktur etc.
  • aber auch Verfahren wie z. B. Bachblütentherapie, Kinesiologie etc.

Eine Einschränkung gibt es lediglich für die Behandlungen mit Präparaten, die gesetzlich verboten und in Deutschland nicht zugelassen sind. Diese bleiben vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Somit besteht kein Versicherungsschutz für die Behandlung mit Frisch-, Trocken- und Gefrierzellen sowie mit Organpräparaten. Daher würde z. B. kein Versicherungsschutz für die Behandlung mit Vitorganen bestehen, da es sich dabei um Frischzellen von Tieren handelt.

Für die Behandlungen des Hufelandverzeichnisses besteht – mit den vorgenannten Einschränkungen – ebenso Versicherungsschutz. Aufgrund der Vielzahl der Anfragen zu diesem Thema haben wir einen Flyer aufgelegt, der die gängigsten Formen auflistet; aufgrund der fortlaufenden Entwicklung erhebt diese Aufzählung aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Für den Versicherungsschutz spielt es keine Rolle, ob die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernimmt oder ob der Patient die Behandlung selbst zahlen muss.


Besonderheiten Gesundheitsfachberufe – Heilpraktiker

Generell kann jeder Heilpraktiker diejenigen Verfahren ausüben, die er beherrscht (Therapiefreiheit). Dies können sowohl schulmedizinische als auch naturheilkundliche oder sog. ganzheitliche Verfahren sein.

Insoweit gelten die o. g. Ausführungen für den Heilpraktiker entsprechend.

Allerdings dürfen sie verschreibungspflichtige Medikamente und Betäubungsmittel nicht verordnen.

Bitte beachten

Die Antworten basieren auf dem Tarifstand 07/13 und den Besonderen Bedingungen und Risikobeschreibungen für die Berufshaftpflichtversicherung von Ärzten, Zahnärzten und Ärzten in der Ausbildung (BBR/H 5002:08) und den Besonderen Bedingungen und Risikobeschreibungen für die Haftpflichtversicherung von Gesundheitsfachberufen (BBR/H 5001:05). In älteren Tarifen und Versionen der BBR kann der Deckungsumfang abweichen.

Autor
Assessor jur. Stephan Euschen, HDI Versicherung AG, Saarbrücken


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