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HDI MedLetter Dezember 2020: Das wird jetzt aber persönlich …

Zunehmend erreichen uns Fälle, bei denen Ansprüche aus der Verletzung des Persönlichkeitsrechts gestellt werden. Sicherlich handelt es sich hier um einen Nebenkriegsschauplatz, das Gros der Fälle im Arzthaftpflichtsegment betrifft klassischerweise weiterhin Personenschäden aus Behandlungsfehlern.

Gleichwohl kommt es häufiger auch zu Schadenmeldungen aus der Sphäre des Persönlichkeitsrechts, was dann einen echten Vermögensschaden darstellt.

So hatten wir beispielsweise eine Veröffentlichung von Bildern einer Patientin mit dermatologischen Problemen, die ein Chefarzt im Rahmen eines Symposiums vorstellte. Obwohl die Patientin dem Abdruck in einem Fachbuch zugestimmt hatte, war sie nun mit der weiteren Verbreitung im Zusammenhang mit einer Fachtagung des Arztes nicht einverstanden. Im konkreten Fall konnte jedoch nicht glaubhaft von der Anspruchstellerin dargelegt werden, dass die Verbreitung über den viel kleineren Rahmen eines Auditoriums bei einer Weiterbildung unter Kollegen einen Schaden darstellt im Vergleich zur Buchauflage, die deutschlandweit zu kaufen war. Das Gesicht der Patientin war zudem auf den Bildern nicht erkennbar. Der Schadenanspruch gegen den Chefarzt wurde abgewehrt.

In einem anderen Fall wurde unsere Versicherungsnehmerin als niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin in Anspruch genommen, da einem Mann, der sich im Prozess einer Geschlechtsumwandlung befand, die Rechnung für die erbrachten Laborleistungen noch unter dem männlichen Namen zugesandt worden war. Zum Zeitpunkt der Befundung war die Geschlechtsumwandlung jedoch noch nicht abgeschlossen und die Namensänderung nicht vollzogen, sodass die Rechnungsstellung korrekt war. Wir konnten auch in diesem Fall die Ansprüche für unsere Versicherungsnehmerin erfolgreich abwehren.

Neben solchen exotischen Fällen treten viel häufiger Konstellationen auf, bei denen durch ein Organisationsverschulden Arztbriefe an den falschen Empfänger oder eine fehlerhafte Adresse rausgehen. So auch in einem aktuellen Fall, in welchem ein Arztbrief an die ehemalige Wohnadresse der Patientin bei ihren Eltern geschickt wurde, die von der psychologischen Behandlung der Tochter nichts wussten und auch nichts wissen sollten.

Deshalb sollte immer sichergestellt werden, dass die aktuellen Daten hinterlegt sind und der richtige Adressat gewählt wurde. Fehlerhaft verschickte Arztbriefe sind – egal ob über den Post- oder den digitalen Weg – aufgrund der sensiblen Gesundheitsdaten extrem brisant und schützenswert. Das Praxispersonal sollte dahingehend sensibilisiert werden.


Wichtiger Hinweis für unsere Versicherten:

Auch für Persönlichkeits- und Namensrechtsverletzungen besteht über die Berufshaftpflicht-versicherung bei HDI Deckungsschutz, auch bei Schäden im Zusammenhang mit der Übertragung elektronischer Daten (Ausnahme: Verletzung von Urheberrechten).

 

Autorin:
Annette Dörr
Dipl.-Betriebswirtin (BA)


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