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Bereits 2013 rechnete das LKA Niedersachsen mit ca. 6.000 Fällen von Frachtdiebstahl in Deutschland. Eine kürzlich veröffentlichte Marktbeobachtung des Bundesamts für Güterverkehr zeigt, dass die Zahl der Fälle aus diesem Bereich weiter gestiegen ist. Der jährliche Versicherungsschaden aus Fällen von Ladungsdiebstahl liegt in Deutschland bei ca. 300.000.000 Euro. Innerhalb der EU wird der Gesamtschaden auf über acht Milliarden Euro jährlich geschätzt. Hinzu kommen die Folgeschäden durch Produktionsausfälle und Standzeiten sowie Schäden an den Fahrzeugen und Ladungsträgern. Parallel nehmen auch die Menge der beförderten Güter und der Wert der Güter je Ladung zu, was diesen Trend erhöhen wird. Neben Süd- und Osteuropa ist mittlerweile auch Deutschland zunehmend betroffen.

Sehr häufig handelt es sich bei den Diebstählen um Einbrüche durch Planenschlitzen. In vielen Fällen wird auch der gesamte Lkw gestohlen und manchmal werden sogar die Fahrer angegriffen und entführt. Eine erhöhte Gewaltbereitschaft ist vor allem im europäischen Ausland zu verzeichnen. Häufigste Methode im Ausland ist das Einleiten von Gas in die Fahrerkabine. Es werden dort auch Uniformen verwendet, um Fahrzeuge anzuhalten.  
     
Im Umfeld von Online-Frachtenbörsen wird Ladung auch durch Täuschungshandlungen unterschlagen.

In den etwa 63 % der gemeldeten Fälle fand der Diebstahl auf Parkplätzen und in ca. 22 % auf dem Betriebsgelände statt. Es werden aber auch Abstellorte in der Nähe der Wohnung der Fahrer als Tatort genutzt. Die Diebstähle auf Parkplätzen ereignen sich bevorzugt nachts an Wochentagen und die auf Betriebshöfen an Wochenendtagen. Hierbei nutzen die Täter die dunkle Jahreszeit.

Die Begehrlichkeit der betroffenen Güter richtet sich nach dem Wert, der Beweglichkeit und der Absetzbarkeit. Je näher das Gut am Konsumenten ist, desto häufiger wird es gestohlen  So liegen Computer und Laptops auf dem ersten Platz, gefolgt von Baumaterialien, Haushaltsgeräten, Möbeln und Kleidung.


Gemeldete gestohlene Gütergruppen in Deutschland im Jahr 2015:

Quelle: TAPA 2015 IIS Annual Report. Eigene Darstellung.

Bei einem hohen Anteil der Fälle gelangen die Informationen über Zielort und Warenart durch die eigenen Mitarbeiter beabsichtigt oder unbeabsichtigt an die Täter. Dabei werden Gespräche belauscht oder Schriftstücke abgefangen. Die Herausgabe von Informationen kann aber auch durch Bestechung oder Erpressung erzwungen werden.

Die Täter bedienen sich häufig auch technischer Hilfsmittel wie Endoskopen, um Ladungen auszuspionieren, oder Funkscannern, um die Anwesenheit von Sicherheitskräften auszuschließen. Weiterhin werden auch Störsender verwendet, um die Kommunikation zu unterbinden.


Wie kann man sich schützen?

Die Schutzmaßnahmen richten sich nach der jeweiligen Risikolage des Betriebs bzw. seiner Transporte. Als Versicherer analysieren wir zusammen mit unseren Kunden die Transportwege auf Schwachstellen. Es kann erforderlich sein, dass Geschäftspartner bei Frachtenbörsen durch Referenzen und neue Mitarbeiter z. B. durch Führungszeugnisse genau geprüft werden müssen. Solche Überprüfungen erfolgen anhand von Checklisten, die bei Bedarf durch HDI zur Verfügung gestellt werden.
Weiterhin gibt es technische Schutzmaßnahmen wie schnittsichere Planen oder der ausgeleuchtete Betriebshof, die zusammen mit den organisatorischen Maßnahmen einen wirkungsvollen Schutz erbringen.
Auch können Auflagen für die eingesetzten Transportunternehmen hilfreich sein. Hierzu gehören Vorschriften wie zwei Fahrer, das ausschließliche Anfahren von bewachten Parkplätzen oder das Verbot der Weitergabe des Transportauftrags an Subunternehmer.

Nicht nur bei dem Transport hochwertiger Güter wie Tabakwaren oder Computer empfiehlt der HDI den Abschluss einer Transportversicherung, die in Kombination mit den Schutzmaßnahmen eine wirkungsvolle Absicherung darstellt.


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